Die Spur der Pferdefleisch-Mafia

Firma kassierte steuerfrei

Die Spur der Pferdefleisch-Mafia

750 Tonnen Pferdefleisch falsch deklariert in ganz 
Europa.

Großhändler Jan Fasen ist die zentrale Figur im Pferdefleischskandal. Sein Büro hat er in Antwerpen, seine Firma, die Draap Trading Ltd, sitzt seit 1996 auf Zypern. Besitzer der Gesellschaft ist aber nicht er selbst, sondern eine „Hermes Guardian Ltd“ auf den British Virgin Islands, eine Steuerose.

20 weitere Off-Shore-Gesellschaften sind an dieser Briefkastenfirma beteiligt: Russische Oligarchen. sogar Waffenhändler. Bereits 2012 wurde Fasen (wie berichtet) in Holland zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Grund: Falsche Etikettierung von Pferdefleisch. Damals betrog er Moslems: Pferd wurde als Halal-Rindfleisch etikettiert. Halal bedeutet geschlachtet nach islamischen Regeln. Das Fleisch kam aus Südamerika. Im Juli 2012 ging Fasen frei: Wegen guter Führung.

Gewaltige Spanne: Pferd viel billiger als Rind
Anfang Jänner kaufte Makler Fasen, für den die Unschuldsvermutung gilbt, bei zwei rumänischen Pferde-Händlern 750 Tonnen Pferdefleisch. Pferdefleisch ist 70 Prozent billiger als Rind. Die Tiere wurden in Rumänien geschlachtet, tiefgefroren und in zwei Großbetriebe in Zentraleuropa geliefert: Ins niederländische Breda sowie zur südfranzösischen Firma „Spanghero“. Fasen behauptet, „dass das Fleisch als Pferdefleisch etikettiert war“. „Spanghero“ streitet das ab, argumentiert: „Wir erhielten als Rind bezeichnete Ware“. „Spanghero“ verarbeitet die tiefgefrorene Ware weiter. Ebenso der Hersteller „Comigel“, der in Luxemburg produziert.

Fest steht, dass rund 5 Mio. Fertiggerichte an 28 Unternehmen in 13 europäischen Ländern verkauft wurde – falsch deklariert. Hätte eine irische Prüferin nicht zufällig Billig-Hamburger kontrolliert, der Pferde-Betrug wäre nie aufgeflogen.

VIDEO: Pferdefleisch-Skandal erreicht Österreich

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