Drittwärmster April seit dem Jahr 1800

Temperatur-Rekord

Drittwärmster April seit dem Jahr 1800

Der April war ungewöhnlich warm, sehr sonnig und extrem trocken.

Der April macht, was er will? Nicht ganz, in diesem Jahr war er vor allem eines: trocken, sehr sonnig und überdurchschnittlich warm. Laut den historischen Aufzeichnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war es der drittwärmste April seit dem Jahr 1800. Die Temperaturabweichung betrug 3,5 Grad Celsius zum Mittel der Jahre 1971 bis 2000.

Außerordentlich warmer Monatsbeginn
Für das hohe Monatsmittel verantwortlich waren der außergewöhnlich warme Monatsbeginn und die langanhaltenden Hochdruckphasen. Zwischen 3,5 und 4,5 Grad zu warm zum klimatologischen Mittel verlief der Monat in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Teilen der Obersteiermark und Kärntens. Im restlichen Bundesgebiet bewegten sich die Abweichungen zwischen 2,5 und 3,5 Grad. Die höchste positive Abweichung zum vieljährigen Mittel erzielte der Patscherkofel in Tirol mit 4,5 Grad.

Wiener Innenstadt im Durchschnitt am wärmsten
Am wärmsten war es in der Wiener Innenstadt mit einem Aprilmittel von 14,3 Grad. Der kälteste besiedelte Ort ist mit einem Monatsmittel von 3,2 Grad Obergurgl in Tirol auf einer Höhe von 1.942 Metern. Hier wurde auch das Aprilminimum von minus 7,7 Grad erreicht. Die absolut tiefste Temperatur wurde am Brunnenkogel in Tirol auf 3.440 Metern mit minus 18,9 Grad am 13. des Monats erzielt.

Pörtschach nur knapp am Temperatur-Rekord vorbei
Den bisherigen April-Temperaturrekord hält die ZAMG-Station Salzburg-Freisaal mit 30,6 Grad am 30. April 2003. An der Station Pörtschach in Kärnten wurde in diesem Jahr mit 29,9 Grad zwar ein um 0,7 Grad niedrigeres Apriltagesmaximum erreicht, dieses aber dafür schon am 7. des Monats.

Extreme Trockenheit auch im April
Die seit acht Monaten anhaltende Trockenheit setzte sich auch im April weiter fort. Die Niederschläge blieben in weiten Teilen Österreichs hinter den Normalwerten zurück. Aller Voraussicht nach werden die zu erwartenden Niederschläge der letzten beiden letzten Apriltage den südöstlichen und östlichen Landesteilen noch zu einer annähernd ausgeglichenen Niederschlagsbilanz verhelfen.

Im Westen besonders wenig Niederschlag
Besonders niederschlagsarm waren laut ZAMG mit nur etwa 20 bis 30 Prozent der mittleren Niederschlagsmengen die Bundesländer Vorarlberg und Tirol. Aber auch in Salzburg, Oberösterreich und Teilen der Steiermark und Kärntens blieben die Niederschlagsmengen mit 30 bis 60 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Deutliches Sonnen-Plus
Während der April 2011 bei den Niederschlägen ein Defizit aufwies, wurde beim Sonnenschein in fast ganz Österreich ein deutliches Plus registriert. Außergewöhnlich lange zeigte sich die Sonne in Westösterreich, wo der diesjährige April der zweitsonnigste in der 105 Jahre langen Messreihe war. Feldkirch war mit 162 Prozent (270 Stunden) der relativ sonnigste Ort Österreichs im April. Im Osttiroler Ort Sillian schien die Sonne ebenfalls rund 270 Stunden. Mit 100 Prozent (150 Stunden) war Bad Aussee in der Steiermark der sonnenärmste Ort Österreichs, am kürzesten zeigte sich die Sonne in Bad Gastein in Salzburg, wo die Bewohner mit 145 Sonnenstunden vorlieb nehmen mussten.

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