Afrika-Gang gefasst

Drogen um 8 Mio. Euro kamen im Koffer

In Trolleys mit doppelten Böden schmuggelte eine Bande aus Westafrika – fast alle Asylwerber – mehr als 78 Kilo Rauschgift nach Österreich.

Die Tour der Schwarzafrikaner aus Guinea bzw. Guinea-Bissau war immer dieselbe und wurde der Drogen-Gang am Ende auch zum Verhängnis: Die Rauschgiftkuriere reisten nach Rotterdam, verbrachten dort ein paar Tage und kamen per Bus, Zug oder Mietauto wieder zurück nach Wien.

Im Reisegepäck – stets ein kleiner grau-schwarzer Reisetrolley – waren aber nicht nur (Schmutz-)Wäsche und Reisemitbringsel, sondern unter einem eingebauten doppelten Boden auch Drogen; die von der Wiener und Grazer Suchtgiftszene bereits sehnlichst erwartet wurden.

Auf einen Schlag
Seit vergangenem März ging die Polizei bereits gezielt gegen die Afrikaner-Gang vor und beschlagnahmte immer wieder Lieferungen – einmal sogar 19 Kilo Heroin auf einen Schlag in einer Bunkerwohnung in der Bundeshauptstadt.Die Verdächtigen änderten daraufhin ihre Strategie nur minimal, weiß Wolfgang Preiszler, Chefermittler der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität: „Sie haben dann nur noch Mengen von eineinhalb Kilo pro Schmuggeltour transportiert.“

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Trolley mit doppeltem Boden / Foto: Polizei

Im Falle eine Razzia sollte so der Verlust möglichst gering gehalten werden. Zudem setzten die Afrikaner als Boten jetzt nicht nur mehr ausschließlich Landsleute, sondern auch Polen und Rumänen ein – die mit den Trolleys an der Hand aber auch regelmäßig in Polizeikontrollen (z.B. in Zügen in Oberösterreich) gerieten.

Die Polizeibilanz gegen die Guinea-Bande kann sich sehen lassen: Seit März 2009 wurden insgesamt 40 Drogenkuriere und Dealer festgenommen. Die EGS konnte obendrein 78 Kilo Heroin, drei Kilo Kokain, fünf Kilo Marihuana und ein Kilo besonders reines asiatisches „weißes Heroin“ sicherstellen. (Straßenverkaufs-)Wert des abgefangenen Suchtgifts: mindestens acht Millionen Euro. Die Oberbosse der Connection sitzen übrigens gar nicht in Österreich, sondern dirigieren ihre Drogensoldaten – die ihre Ausreisekredite langsam abstottern müssen – von Afrika aus.

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