Noch kein Urteil
Dubai-Arzt im Mordprozess entlastet
Die Aussagen der Zeugen waren positiv für mich. Ich hoffe, dass das Ganze bald ein Ende hat", sagt Eugen Adelsmayr (52) zu ÖSTERREICH. Er wirkt optimistisch, keine Spur von Anspannung.
Kurz vorher, Sonntagvormittag, stand der österreichische Arzt eineinhalb Stunden unter Strom. So lange musste er sich erneut vor dem Gericht in Dubai wegen eines toten Patienten verantworten. Das Verfahren dauert schon zwei Jahre an, bei Schuldspruch droht ihm im schlimmsten Fall die Todesstrafe.
Auf Oktober vertagt
Jetzt gibt es erste positive Anzeichen. "Die Atmosphäre im Gerichtssaal war ruhig, der Richter hat sich ausführlich Zeit genommen und meine Anwältin durfte Fragen stellen", sagt Adelsmayr im Interview. Immerhin: Drei von fünf Zeugen sind am Sonntag vor Gericht erschienen. Ein Pfleger und eine Schwester des Dr. Rashid Hospitals, wo der Patient starb, haben den Österreicher entlastet. Die Aussagen eines Arztes sind "gemischt" zu sehen, wie es Adelsmayr nennt. Der Prozess wurde auf 16. Oktober vertagt.
Ministerium versucht alles
Bis dahin bereitet sich der 52-Jährige mit seiner Anwältin auf die beiden letzten Zeugen vor. An sich keine leichte Aufgabe. Adelsmayr jedoch ist fast am Ende seiner Kräfte. Zu Hause in Bad Ischl liegt seine Frau mit einer schweren Krankheit im Spital: "Das ist eine extreme Belastung, es belastet mich mehr als das hier in Dubai", sagt er und wirkt nachdenklich.
Seit Wochen versuchen die Behörden deshalb, ihm eine "humanitäre Ausreise" zu verschaffen. Bisher erfolglos, aber: "Am Wochenende gab es erste Fortschritte", sagt Peter Launsky-Tieffenthal vom Außenministerium. Jetzt soll Elisabeth Ellison-Kramer von der Rechtsabteilung entscheidend auf die Justiz einwirken. "Es fehlen rechtliche Bedingungen, die Österreich nicht beeinflussen kann", heißt es.
"Hoffe, dass das bald zu Ende ist"
Eugen
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