Peinliche Panne beim ORF: In der Sendung "Aktuell nach eins" unterlief der Redaktion ein geografischer Fehler. Während ein Experte über die strategisch wichtige Straße von Hormus sprach, bekamen die Zuschauer im Hintergrund eine ganz andere Meerenge zu sehen.
Das Sprichwort "knapp daneben ist auch vorbei" traf diesen Montag direkt auf eine Produktion des ORF zu. In der Sendung "Aktuell nach eins" analysierte Oberst Markus Reisner die geostrategische Lage rund um die Straße von Hormus, während im Hintergrund ein falsches Luftbild eingespielt wurde. Das Bild zeigte zwar eine malerische Wüstenlandschaft mit türkisfarbenem Wasser, bildete jedoch nicht den besprochenen Ort ab.
Falsches Bild im Hintergrund
ORF "Aktuell nach Eins"
Statt der seit dem Iran-Krieg weltbekannten Straße von Hormus war fast während des gesamten Interviews ihr deutlich kleineres Pendant zu sehen: die sogenannte Churan-Straße. Diese liegt zwar in der unmittelbaren Nachbarschaft zwischen der Insel Qeschm und dem iranischen Festland, ist jedoch für große Öltanker überhaupt nicht befahrbar. Während die echte Straße von Hormus über 50 Kilometer breit ist, misst die gezeigte Stelle lediglich 2,6 Kilometer.
Unterschiede sind deutlich sichtbar
Trotz der auf den ersten Blick ähnlichen Topografie gibt es klare Details, die den Fehler entlarven. Das im Fernsehen gezeigte seichte, türkisfarbene Wasser und die dunklen Mangroveninseln gehören zum Biosphärenreservat der Hara-Mangrovenwälder. Diese stehen unter Naturschutz und werden kommerziell fast ausschließlich für die Fischerei oder den Tourismus genutzt. Im Kontext des Berichts über internationale Schifffahrtswege war die Einblendung daher schlichtweg falsch.