Eis-Baronin mit Taxi auf der Flucht

Chronik

Eis-Baronin mit Taxi auf der Flucht

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"Ich wollte sie nur noch loswerden. Das wurde mir zu viel."

Ein Wiener Taxifahrer lieferte der Polizei einen wichtigen Hinweis, der zur Ergreifung der Eis-Baronin in Udine führte. Er schildert im ÖSTERREICH-Interview die Fahrt mit Estibaliz C.

ÖSTERREICH: Welchen Eindruck machte Estibaliz C. auf Sie, als sie am Dienstag in Ihr Taxi stieg?

Mustafa Senel: Anfangs cool. Dann ein bisschen verwirrt, aber da habe ich mir nichts dabei gedacht. Sie hat mir erzählt, dass ihre Sachen in Villach sind. Und dass sie die jetzt holen muss.

ÖSTERREICH: Wie hat sie ausgesehen?
Senel: Wow. Wirklich gut. Sie ist eine sehr hübsche Frau. Die kann alle Männer haben. Sie hatte so eine militär-grüne Hose an. Oberteil weiß ich nicht mehr. Ich habe ihr nur auf den Hintern geschaut, der war knackig.

ÖSTERREICH: Wann haben Sie das erste Mal richtig 
miteinander geredet?
Senel: Kurz nach Judenburg. Dort habe ich getankt und wollte noch im Auto fertigrauchen. Da hat sie mir gesagt, dass sie schwanger ist, es erst jetzt erfahren hat und ich nicht rauchen soll. Als wir eine Stunde vor Villach waren, hat sie das Schild Richtung Udine gesehen und mir gesagt, ich soll sie doch dorthin bringen. Da haben wir einen neuen Preis ausgemacht.

ÖSTERREICH: Und da haben Sie einfach zugestimmt?
Senel: Natürlich muss ich mich laut Gesetz auch absichern. Ich habe ihren Pass verlangt. Zuerst hat sie mir nur das Foto gezeigt. Ich wollte aber alles sehen. Das fand ich etwas seltsam. Noch dazu, weil sie auch ständig das Fahrziel geändert hat. Dazwischen war auch einmal Kufstein das Ziel. Mir wurde das alles zu viel.

ÖSTERREICH: Wie ging es dann weiter?
Senel: Um ehrlich zu sein, wollte ich sie einfach nur noch loswerden. Noch dazu, als sie mir gesagt hat, dass die Polizei sie sucht. Das wurde mir zu viel. Wir waren ja auch kurz vor der Grenze.

ÖSTERREICH: Kam es dort zu Problemen?
Senel: Nein, plötzlich waren wir in Italien. Ich hab die erste Ausfahrt nach Cavazzo genommen. Ich wollte nicht mehr nach Udine. Wie gesagt: Ich wollte nach Hause.

ÖSTERREICH: Sie haben Sie trotzdem noch bei einem Hotel abgeliefert …
Senel: Ja, das habe ich sogar unter meinem Namen für sie gebucht. Ich habe sie dann auch noch ins Zimmer begleitet.

ÖSTERREICH: Weil sie so hübsch war?
Senel: Nein! Sie schrieb dort in wunderschöner Schrift die Verfügung für ihren Freund. Damit er den Eissalon übernehmen kann. Dazu gab sie mir noch ein paar Blanko-Unterschriften für ihn. Und das war’s. Die Briefe hat jetzt die Polizei. (kiu)

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