Fenster war gekippt

Rätsel um Todessturz von Buben (3)

Rätselhaft: Als die Polizei die Wohnung betrat, war das Fenster gekippt.

„Wir waren gerade draußen im Hof, da gab es plötzlich einen Knall und wir sahen den Kleinen auf dem Asphalt liegen. Wir haben sofort die Rettung gerufen“, schildert Zeugin Angelina (19) den tragischen Unfall am Dienstagabend. Es war für alle Beteiligten furchtbar, als ein kleiner Bub (3) plötzlich aus dem 12. Stock auf den Boden stürzte und starb.

Ungeklärte Fragen. In der Wohnanlage in der Jedlersdorfer Straße in Floridsdorf herrschen Stille und Bedrückung. An dem Ort, an dem der leblose Körper des Buben gelegen hatte, haben die trauernden Bewohner Kerzen abgestellt. Der Sturz beschäftigt aber nicht nur die Anrainer, sondern auch die Polizei, da das Unglück noch einige Fragen aufwirft.

Mutter geschockt. Noch nicht geklärt ist, warum die Beamten nach dem Unfall in der Wohnung der Mutter ein gekipptes und nicht ein offenes Fenster vorfanden. Ermittelt wird auch, ob sich die 42-Jährige wirklich in der Wohnung aufgehalten hatte.

Die Mutter steht unter Schock und wird in einem Krisenzentrum betreut. Sie konnte daher noch nicht vernommen werden. Ebenso konnte auch der Vater des Buben nicht befragt werden, der zum Zeitpunkt des Unfalls an seinem Arbeitsplatz war. Das Paar hat einen zweiten Sohn (6) und eine Tochter (13). Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane befand sich im Kinderzimmer vor dem Fenster ein Stockbett, von dem der 3-Jährige möglicherweise in die Tiefe gestürzt sein könnte.

(cog)

Zeugin Kristine (23) zu ÖSTERREICH: "Ich hörte einen lauten Knall - wie ein Schuss"

ÖSTERREICH: Was ereignete sich an dem Abend?
Kristine: Ich hörte einen Knall, wie einen Schuss aus einer Waffe. Dann bin ich hinausgerannt. Ich hab noch gefragt, was passiert ist, dann ist die Mutter gekommen.

ÖSTERREICH: Was haben Sie dann getan?
Kristine: Als die Mutter mit ihrem zweiten Sohn kam, habe ich mich mit ihr auf den Boden gesetzt und habe sie versucht zu beruhigen. Sie schrie immer: „Lebt er noch?! Lebt er noch?!“

ÖSTERREICH: Konnten Sie sie denn beruhigen?
Kristine: Nein, nachdem sie von den Sanitätern erfuhr, dass ihr Kind tot war, warf sie sich auf den Boden und fing an, wild um sich zu schlagen. Die Rettung hat sie dann schließlich mitgenommen. Ich bin dann gegangen, weil ich mir das Ganze nicht länger mit ansehen konnte. Es war furchtbar. Ich wollte nur noch von dort weg.



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