Kaum Asylanträge bei uns

Flüchtlinge: Alle wollen weiter nach Deutschland

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Bisher nur 10 Asylanträge in Österreich.

Der Großteil jener Flüchtlinge, die seit der Nacht von Ungarn nach Österreich kommen, wollen weiterreisen, vorwiegend nach Deutschland. Bis jetzt hätten etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht, berichtete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Samstagvormittag in einer Aussendung.

Mehr als 3.000 Flüchtlinge hätten in der letzten Nacht Österreich erreicht. "Im Vordergrund all unserer Überlegungen steht derzeit die Gesundheit und die Versorgung dieser Menschen - die schon mehr als genug Schreckliches erleben mussten", betonte Mikl-Leitner. Die österreichische Polizei handle "nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit", bekräftigte die Ministerin.

Jetzt müsse "Gesamteuropa aufwachen", forderte Mikl-Leitner. "Die Träumereien müssen jetzt vorbei sein." Wer noch immer meine, mit einem Ausstieg aus der Europäischen Union oder mit einem Stacheldrahtzaun rund um Österreich sei das Problem gelöst, "der irrt", erklärte Mikl-Leitner. Es brauche mehr Europa. "Wir müssen dringend die Situation in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion massiv verbessern. Wir müssen die Ursachen angehen, sonst wird sich nichts ändern."
 

Die Lage in München
Am Münchner Hauptbahnhof ist am Samstagmittag ein erster Sonderzug mit etwa 450 Flüchtlingen angekommen. Der aus Ungarn über Salzburg kommende Zug sei gegen 13.20 Uhr eingetroffen, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Zug war ohne Stopp von Österreich in die bayerische Landeshauptstadt gefahren.

Bereits zuvor waren seit Mitternacht in mehreren anderen Zügen etwa 350 Flüchtlinge eingetroffen. Die Behörden rechnen insgesamt mit mehreren tausend Flüchtlingen, die im Laufe des Wochenendes am Münchner Hauptbahnhof eintreffen werden.

Der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, sagte bei einer Pressekonferenz: "Wir stellen uns allein heute auf 5.000 bis 7.000 Flüchtlinge ein." Die Menschen sollen zunächst auf zwei Einrichtungen verteilt werden: Eine in Grasbrunn bei München, eine andere wurde provisorisch auf dem Münchner Messegelände eingerichtet. Innerhalb von 24 Stunden sollen die Menschen aber weiterverteilt werden, unter anderem auch in andere Bundesländer.

Zelte
Auf dem Münchner Hauptbahnhof waren auf dem Vorplatz Zelte aufgebaut worden. Die Flüchtlinge sollten darin zunächst mit dem Nötigsten versorgt und medizinisch untersucht werden. Busse standen bereit, um die Menschen anschließend in Aufnahmeeinrichtungen zu transportieren. Wie in den Vortagen waren auch wieder zahlreiche freiwillige und ehrenamtliche Helfer am Münchner Hauptbahnhof, um die Flüchtlinge zu empfangen.

 Die ostdeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen rund 500 Flüchtlinge aus Ungarn aufnehmen. Es werde noch am Samstag ein Sonderzug aus Österreich in Saalfeld erwartet, sagte der sachsen-anhältische Innenstaatssekretär Ulf Gundlach am Samstag in Magdeburg auf Anfrage und bestätigte damit Informationen des Senders MDR. Die Flüchtlinge sollten anschließend per Bus zu Unterkünften in den drei Ländern gebracht werden.

 

Flüchtlinge unterwegs nach Österreich


 
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