Das sagt ÖSTERREICH

Wen hätte der alte Babler gewählt?

Ein Kommentar von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel

Die Revolution frisst bekanntlich ihre Kinder. Zwar hat Andreas Babler beim SPÖ-Parteitag am Samstag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Abwahl zu befürchten, dennoch sucht ihn jetzt seine eigene Vergangenheit heim. 

Er habe selbst gegen alle Parteichefs und Chefinnen der SPÖ der letzten 20 Jahre geätzt und wohl einige von ihnen „gestrichen“, also nicht an Parteitagen gewählt, sagen einige Rote bei Aufforderungen doch beim Babler Parteitag „diszipliniert“ zu sein. „Er wird ziemlich sicher ein Ergebnis über 80 Prozent erhalten, aber das hat nichts zu bedeuten“, prophezeien Kritiker von ihm. 

Aber wen hätte der frühere Bürgermeister und Rebell Babler bei diesem Parteitag gewählt? „Sicher nicht den heutigen Babler“, sagen enttäuschte Unterstützer des Traiskirchner über ihn. Sein Problem? Die einstige Schelte gegen alle anderen. Das Schüren viel zu großer Hoffnungen. Babler wird am Parteitag Millionärssteuern fordern und für härtere Zuwanderungs- und Integrationsregeln eintreten und überhaupt erklären, wie viel er besser machen würde. Babler kann – zumindest glauben das Rote – „reden“. Ob das reicht, um jemals wieder die Herzen der Seinen zu gewinnen? Den einstigen Babler hätte er nicht mehr überzeugt.

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