"Claustria"- Autor glaubt:

"Fritzl 
hatte sicher Mitwisser"

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Der Franzose Régis Jauffret hat ein Buch über den Fall Fritzl geschrieben.

Ein Jahr hat er an dem Buch gearbeitet, etliche Male in Österreich recherchiert und ein Buch geschrieben, über das das ganze Land diskutiert: Der französische Star-Autor Régis Jauffret legt mit Claustria (527 Seiten, 24,90 Euro, Verlag: Lessingstraße 6) den ersten „Fritzl“-Roman vor und teilt ordentlich aus.

Typisch Österreich. So sei es kein Zufall, dass der Fall Fritzl gerade in Österreich stattgefunden habe: Schließlich sei das Land ja für Inzest und seine nicht verarbeitete Nazi-Vergangenheit bekannt. Und Jauffret ist auch sicher: Fritzl muss in all den Jahren Mitwisser gehabt haben (siehe Interview).

Gestern stellte Jauffret sein Buch im Wiener Rabenhof Theater vor. „Jedermann“ Nicholas Ofczarek las Ausschnitte.

ÖSTERREICH: Wann haben Sie beschlossen, über den Fall Fritzl ein Buch zu schreiben.
Régis Jauffret:
Gleich in dem Moment, als ich das erste Mal davon erfahren haben. Es ist ein Jahrhundertverbrechen, das sicher einzigartig ist.

ÖSTERREICH: Sie schreiben: Inzest sei etwas typisch Österreichisches, und die Österreicher hätten mit ihrer Nazi-Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. Wie kommen Sie darauf?
Jauffret:
Ich habe mir das nicht ausgedacht. Das sind Dinge, die mir Österreicher bei meinen Reisen sagten.

ÖSTERREICH: Was wissen Sie über das Verlies, in dem Fritzl seine Tochter 24 Jahre lang gefangen hielt?
Jauffret:
Es war nicht schalldicht, ich bin sicher, dass jemand Schreie gehört haben muss. Was man sich auch fragen muss: Warum war Fritzls Frau nie bei Verhandlung?

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