Fünf Jahre Haft für Mega-Hochstapler

23 Millionen "erwirtschaftet"

Fünf Jahre Haft für Mega-Hochstapler

Ein ungewöhnlicher Betrugsprozess ist  am Wiener Landesgericht für Strafsachen über die Bühne gegangen. 

Ein Hochstapler, der zwei Millionären mit frank und frei erfundenen Geschichten über angeblich gewinnbringende Investitionsmöglichkeiten in Dubai mehr als 23 Millionen Euro abgenommen hatte, ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 28-Jährige nahm die Strafe an, die Staatsanwältin war ebenfalls einverstanden. Das Urteil ist somit rechtskräftig.
 
"Schwer hat man es Ihnen nicht gemacht", stellte der vorsitzende Richter Christian Böhm in der Urteilsbegründung mit. Allerdings hätte der Angeklagte - ein mittelloser IT-Techniker - bei seinen gewerbsmäßigen Betrügereien eine "enorme Überzeugungskraft" entfaltet.
 

Geständnis abgelegt

Der 28-jährige gestand einem Schöffensenat, zwei Millionären mit völlig frei erfundenen Geschichten innerhalb weniger Monate über 23 Millionen Euro herausgelockt zu haben.

"Ich hab' eine Scheinwelt erschaffen für mich", gab der mittellose IT-Techniker zu Protokoll. Er hätte "komplett den Sinn für die Realität verloren" und wäre "aus der Abwärtsspirale nicht mehr rausgekommen", meinte der Angeklagte.

23 Millionen Euro weg

Der Hochstapler hatte seinen Opfern, die jeweils mit dem Weiterverkauf von erfolgreich aufgebauten Familien-Unternehmen ihr Vermögen gemacht hatten, lukrative Geschäftsverbindungen mit Dubai vorgetäuscht. Der Schwindler hätte sich als "Wunderknabe" geriert, meinte Staatsanwältin Barbara Hoffmann. Er gab vor, er habe in Dubai Zugang zu begehrten IT-Produkten, die sich in Europa gewinnbringend an den Mann bringen ließen. Die Millionäre ließen sich zu Investments in Form von großzügigen Darlehen bzw. Beteiligungen überreden. Das kostete den einen laut Anklage am Ende rund 2,5 Millionen, den anderen mehr als 20,5 Millionen Euro. "Denn es hat kein einziges Geschäft gegeben, keine Ware, keine Kunden. Er hat sie gezielt in die Irre geführt", bilanzierte die Staatsanwältin.

Wie kam es dazu?

Kennengelernt hatte der Angeklagte seine späteren Opfer in einem Tätowier-Studio. Beide waren dort Stammgäste und große Tattoo-Fans. Dieser stellte ihm in weiterer Folge seinen gleichermaßen finanziell gut gepolsterten besten Freund vor. Nachdem ein Privatdetektiv den jungen IT-Techniker überprüfte und als vertrauenswürdig einstufte, konnten die unglaublichen Investments beginnen. Diese Geschäfte liefen im Zeitraum zwischen März und Dezember 2016.

Luxus pur

Die „verdienten“ Millionen verwendete der verheiratete Vater eines minderjährigen Kindes, um sich und seiner Lebensgefährtin ein Leben in Luxus zu ermöglichen. Der 28-Jährige erwarb beispielsweise um 3,6 Millionen Euro eine Villa in Baden bei Wien, erstand sündteure Rolex-Uhren und legte sich binnen elf Monaten zwei Ferraris, einen Rolls-Royce, einen Porsche, vier Mercedes, zwei BMW und einen Audi zu.

Als er Wind davon bekam, dass gegen ihn strafrechtlich ermittelt wurde, tauchte er im Jänner 2018 mit seiner Partnerin unter falschem Namen in den steirischen Alpen unter, wo er sich bis zu seiner Festnahme im März versteckte.

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