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Gas-Krise: Speicher zu Wenig gefüllt!

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„Die Lage ist ernst“, so Ministerin Gewessler. Sie ruft morgen zum Krisengipfel. 

Alarm. In Österreichs Gasspeicher sind erneut weniger als 100 Gigawattstunden (GWh) pro Tag geflossen (siehe unten). Es ist das zweite Mal binnen weniger Tage, dass weniger als 100 GWh pro Tag eingespeichert wurden. Am Dienstag, dem 28. Juni, waren es nur 70 GWh.

Ziel der Regierung ist, die Speicher bis zum Beginn der Heizsaison auf 80 Prozent zu füllen. Um das Ziel zu erreichen, müssen noch mehr als 33.000 GWh eingespeichert werden. Weil vergangene Woche die Einspeicherung „merklich zurückgegangen“ ist, berät die Regierung am Dienstag über die Lage – aller Voraussicht wird dann die Alarmstufe ausgerufen, in der Großabnehmer zum Sparen aufgerufen werden. In der „Notfallstufe“ (siehe Kasten rechts) drohen dann Rationierungen in der Industrie.

EU soll Flüssiggas gemeinsam einkaufen

Kaufgemeinschaft. Der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat wegen der russischen Drosselung der Gaslieferungen einen EU-Sondergipfel gefordert. Die EU-Chefs sollen eine EU-weite Notfallversorgung für Herbst und Winter vorbereiten, so der CSU-Politiker im Berliner Tagesspiegel.

Die EU brauche einen „verbindlichen Mechanismus, dass alle Gasspeicher gemeinsam bewirtschaftet werden“, so Weber. Das in Europa ankommende Gas müsse gerecht verteilt werden, auch für Flüssiggas werde eine Einkaufsgemeinschaft gebraucht.

Die staatliche russische Gazprom drosselte die Gaslieferungen über Nord ­Stream 1 nach Deutschland um 60 %. Mitte Juli wird die Pipeline einer zehntägigen Wartung unterzogen. Was anschließend geschieht, ist offen.
 

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