Gewalt gegen Frauen steigt

Kriminal-Statistik

Gewalt gegen Frauen steigt

Insgesamt werden weniger Straftaten angezeigt – aber Frauen immer öfter Opfer.

Wien. Mit Hochspannung wartet Österreich auf die neue Kriminalitätsstatistik, die heute vom Innenministerium präsentiert wird. Einige wichtige Details sind freilich jetzt schon durchgedrungen:

  • Insgesamt erfreulich: Die Gesamtzahl der angezeigten Straftaten ist im Jahr 2018 weiterhin rückläufig. Die Kriminalitätsrate sinkt also. Das betrifft vor allem klassische Deliktgruppen wie Wohnungseinbrüche, Autodiebstählen oder Raub.
  • Bei einzelnen Delikten ist allerdings eine signifikante Zunahme zu registrieren. Ein Beispiel ist die Cyber-Kriminalität. Begünstigt durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr und den Online-Waren-Versand gibt es im Internet die kräftigsten Zuwächse an Strafanzeigen. 
  • Ebenfalls im Ansteigen – und das ist besonders alarmierend: Gewaltdelikte gegen Frauen. Da ist vor allem einmal die sexuelle Belästigung zu erwähnen. Hier sind die Strafanzeigen, vor allem nach dem Inkrafttreten des sogenannten „Grapsch-Paragraphen“  (§218 StGB) im September 2017 massiv angestiegen. Insgesamt kam es zu 3.640 Anzeigen wegen Delikten gegen die sexuelle Integrität, darunter 872 Fälle von Vergewaltigung.

Von 73 Mordopfern sind 41 Frauen, Tendenz steigend

  • Wie bereits berichtet, wurden 2018 auch mehr Frauen zu Opfer von Morden. Im vergangenen Jahr wurden 41 Frauen ermordet (von insgesamt 73 tödlichen Gewaltverbrechen). Gegenüber den Vorjahren ist das ein signifikanter Anstieg. Nach den Vorfällen zu Beginn des Jahres 2019 ist zu befürchten, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt.

Nationalitäten. Wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Neos an Innenminister Herbert Kickl hervorgeht, sind von 13.811 Verdächtigen bei Gewalttaten gegen Frauen fast 5.000, die nicht österreichische Staatsbürger sind. 

Die Herkunftsländer der am häufigsten Angezeigten sind die Türkei, Serbien und Rumänien. Von den 3.154 Verdächtigen bei Sexualdelikten sind 40 Prozent Ausländer. 


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