Happy End: Sofia darf bleiben

Sorgerechts-Drama

Happy End: Sofia darf bleiben

Abschiebung gestoppt: Jetzt kehrt Sofia nach Hause zurück.

Aus, vorbei, die Flucht ist zu Ende. Sofia (6) darf in Österreich bleiben. Tränen, Erleichterung, unendliche Freude. Mehr als 20 Tage lang versteckte Doris Povse ihre Tochter Sofia vor den österreichischen Behörden – aus Angst, dass die Kleine nach Italien zum Vater Mauro A. abgeschoben wird.

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Sofia darf bei Mama bleiben

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    Jetzt das vorläufige Happy End: Herbert Beran, der zuständige Richter in Wiener Neustadt, stoppte die geplante Rückführung von Sofia. Spätestens am Wochenende kehrt die Familie aus ihrem Versteck nach Hause nach Österreich zurück. Sie tauchte dem Vernehmen nach fast drei Wochen auf einer spanischen Insel in einem Haus mit Pool unter.

    Sofia kann ohne Angst ins neue Schuljahr starten
    Der Coup glückte, weil Anwältin Astrid Wagner das bisherige Urteil des Gerichts Venedig – wonach Mauro A. das Sorgerecht für Sofia hat – erfolgreich angefochten hat. Am Mittwoch schließlich ging diese Berufung offiziell ein und das Bezirksgericht Wiener Neustadt setzte die Vollstreckung vorerst aus. Zur Erinnerung: Erst am 24. Juli suchten Dutzende Beamte das Elternhaus vergeblich nach Sofia ab – da war Doris Povse mit ihr schon längst Richtung Südeuropa geflüchtet.

    Sofia kann also in drei Wochen das neue Schuljahr beginnen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie die Behörden abholen. Jetzt prüft das zuständige Gericht Venedig den Fall neu: „Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, so Justizministerin Beatrix Karl. Hinter den Kulissen soll Vater Mauro A. überzeugt werden, auf das Sorgerecht zu verzichten. Er sah seine eigene Tochter vier Jahre lang nicht.

    Ministerin Karl setzte 
sich für kleine Sofia ein
    Die Erleichterung ist riesig. „Es ist eine Freude, dass Sofia bleiben darf. Wir werden sehen, was jetzt passiert. Ich habe nicht einmal selbst gewusst, wo meine Tochter und Sofia waren“, sagt Sofias Opa Helmut Povse zu ÖSTERREICH. Justizministerin Karl stand der Familie beratend zur Seite: „Ich freue mich für Sofia und ihre Mutter. Wir werden sie weiter nach Kräften unterstützen.“

     

    ÖSTERREICH-Interview mit Doris Povse

    ÖSTERREICH: Wie war der Moment, als Sie erfahren haben, dass Sofia vorerst bei Ihnen bleiben darf?
    Doris Povse: Wir waren in Gran Canaria. Meine Anwältin, Dr. Wagner, hat mich Mittwochnachmittag angerufen und mir gesagt, dass es den Beschluss gibt. Das war natürlich eine Riesenerleichterung.

    ÖSTERREICH: Wie hat Sofia reagiert?
    Povse: Sofia ist ja viel stärker als ich. Für sie war die ganze Flucht wie ein Urlaub. Ihre Leichtigkeit hat mich durch dieses Martyrium durchgetragen, und mein Freund war natürlich auch ein Fels in der Brandung.

    ÖSTERREICH: Wie ist Ihre Flucht abgelaufen?
    Povse: Letzte Woche ist mein Freund Raimund mitten in der Nacht zu uns ins Versteck gekommen und hat gesagt, wir müssen sofort flüchten. Wir haben uns dann um zwei Uhr Früh ins Auto gesetzt und sind 26 Stunden durchgefahren, bis nach Barcelona. Mit unserem letzten Geld haben wir uns ein One-Way-Ticket nach Gran Canaria gekauft und sind zu einem Freund geflogen. Die Flucht war völlig surreal, aber wenn man seine Kind schützen will, dann tut man alles.

    ÖSTERREICH: Wie geht es weiter?
    Povse: Wir haben in Italien den Antrag auf Sorgerecht gestellt, in der Hoffnung, dass die Italiener endlich einsehen, dass Sofia zu ihrer Mutter gehört. Ich habe auch mehrmals versucht, Sofias Vater zu erreichen, bisher ohne Erfolg. Ich hoffe aber, dass er mit mir gemeinsam eine Lösung findet.

     


    Justizministerin Beatrix Karl im Interview: "Werden Mutter von Sofia unterstützen"

    ÖSTERREICH: Frau Ministerin: Wie werten Sie das Urteil des Bezirksgerichts Wiener Neustadt?
    Beatrix Karl: Ich freue mich für Sofia und ihre Mutter, dass der von uns vorgezeichnete Weg mit dem Antrag in Italien Erfolg hatte und Sofia jetzt beruhigt den Schulanfang erleben kann.

    ÖSTERREICH:
    Kann Sofia beruhigt in die Schule gehen?
    Beatrix Karl: Das italienische Gericht muss jetzt prüfen, ob es dem Kindeswohl entsprechen würde, wenn sie aus ihrem Leben in Österreich gerissen würde und nach Italien übersiedeln müsste. Diese Prüfung wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen.

    ÖSTERREICH: Was unternimmt das Ministerium?
    Beatrix Karl: Die Mutter von Sofia und ihre Rechtsanwältin werden von uns, wie schon in der Vergangenheit, nach Kräften unterstützt. Nächste Woche wird es einen Termin unserer Experten mit der Rechtsanwältin geben, um weitere Schritte zu besprechen. Die Generalkonsulin in Mailand hat ihre Unterstützung zugesagt.

    ÖSTERREICH:
    Welche Chancen hat die Mutter, dass Sofia für immer bei ihr bleibt?
    Beatrix Karl: Die Gerichte in Italien sind unabhängig und wir können die Entscheidung schwer prognostizieren. Ich bin froh, dass die Sache nun wieder ins Rollen gekommen ist.

    VIDEO: Jetzt spricht Sofias Mutter

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