Immer mehr für Masern-Impfpflicht

Fast 50.000 Kinder sind nicht geimpft

Immer mehr für Masern-Impfpflicht

In Deutschland kommt jetzt Masern-Impfpflicht. Auch bei uns fordern das Politiker bereits.

Wien. Bis zu 2.500 Euro soll es deutsche Eltern künftig kosten, wenn sie ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen. So will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jetzt eine Impfpflicht als Reaktion auf heuer mehr als 300 Masern-Fälle durchsetzen. Auch in Österreich werden nun Stimmen für eine solche Impfpflicht laut, wie ein ÖSTERREICH-Rundruf ergab.

So will etwa die zuständige OÖ-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) eine Impfpflicht bei der anstehenden Konferenz der Gesundheitslandesräte mit der Ministerin am Freitag diskutieren. Sie fordert, die Masern-Impfung in den verbindlichen Teil des Mutter-Kind-Passes aufzunehmen. Wer sein Kind dann nicht impfen lässt, dem droht Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes um die Hälfte. Unterstützung dürfte sie dabei wohl vom steirischen Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) erhalten, der sich bereits für eine Impfpflicht aussprach.

FPÖ-Ministerin gegen Haberlander-Vorschlag

Ähnliches fordern die Neos: Um allerdings die Kleinen über den Mutter-Kind-Pass hinaus, also auch in Schulen, erreichen zu können, brauche es Sanktionen (bis zu –50 %) bei Familienbeihilfe.

Noch weiter gehen will die Liste Jetzt: Nationalratsabgeordnete Daniela Holzinger fordert eine allgemeine Impfpflicht mit saftigen Geldstrafen bei Nichteinhaltung. Jeder Bürger müsste dann einen Impf-Nachweis erbringen.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, selbst Impf-Expertin, hält eine Masern-Impfpflicht für medizinisches Personal und verpflichtende Impfberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes für ausreichend.

Anders als VP-Landesrätin Haberlander sieht die Impf-Debatte übrigens der Koalitionspartner: FPÖ-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ist gegen eine Pflicht und will auf Aufklärungskampagnen setzen.  
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