Groß ist nach wie vor der Schock nach dem feigen Tier-Mord an einer Hirschziegenantilope in Tiergarten Schönbrunn. Tierschützer haben jetzt eine Belohnung bei der Jagd auf den irren Schützen ausgesetzt - "bevor noch weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen!"
Wien. Wie ausführlich berichtet, hat ein Unbekannter - vermutlich mit einem Nachtsichtgerät - in der Nacht auf Sonntag um 3 Uhr in der Früh im Tiergarten Schönbrunn eine Hirschziegenantilope getötet. Videoaufzeichnungen, die leider nicht sehr viel zeigen dürften, lassen auf genau diesen Zeitpunkt schließen. Was sie zeigen ist, dass die anderen Tier im Gehege, nicht durch einen Knall aufgeschreckt wurden, als Antilope getroffen wurde - was dafür spricht, dass der Schütze einen Schalldämpfer verwendet hat.
Gefunden wurde das getötete Jungtier Sonntagfrüh: Eine Tierpflegerin war auf den Kadaver gestoßen und konnte sich zunächst keinen Reim darauf machen, warum die Antilope - die mit ihrer Herde im Nashornpark untergebracht ist - ums Leben gekommen war. Eine noch am selben Tag durchgeführte veterinärmedizinische Obduktion ergab, dass der Tierkörper sowohl eine Einschuss- als auch eine Austrittswunde hatte: Jetzt wurde die Polizei verständigt, die seitdem im Gehege - dem Tatort - und im gesamten Bereich an der Rustenallee (von dort dürfte der Schuss abgegeben worden sein) nach wie vor das Projektil und natürlich auch den Killer suchen.
Untergebracht sind die Hirschziegenantilopen am Rand des Zoos direkt an der Rustenallee nebst dem Neptunbrunnen im Schlossgelände Schönbrunn.
Um den Fall aufzuklären, hat jetzt die Tierschutzorganisation PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch bei der Polizei oder unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.
„Wer auch immer die Antilope erschossen hat, muss schnellstmöglich gefunden werden, bevor noch weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Tiere in Zoos werden oft nicht ausreichend vor Übergriffen geschützt. Vorfälle wie diesen im Tierpark Schönbrunn können wir künftig nur verhindern, wenn Tiere nicht mehr zu Unterhaltungszwecken eingesperrt werden. Daher fordern wir, die Zucht und Haltung von Tieren in Zoos zu beenden."
Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Tiere in Zoo-Gefangenschaft. Allein in Deutschland sind in den vergangenen Jahren mehrere Vorfälle bekannt geworden. Unbekannte haben im April 2024 im Tierpark Fauna in Solingen eine Kängurumutter und ihre Tochter enthauptet. Im März 2024 wurden mehrere Kaninchen aus dem Tierpark in Gera gestohlen. Am selben Wochenende wurde die Bartaffen-Dame Ruma aus dem Leipziger Zoo entführt. Im Juli 2015 wurden drei Löwenkopfaffen aus dem Krefelder Zoo entführt. PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein.
Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes warnt: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“