Schwieriges Paar

Leiche von Freundin in Keller versteckt - Geständnis am Telefon

Stefan S. (47) gab jetzt auch gegenüber den Ermittlern zu, seine Lebensgefährtin umgebracht zu haben - die Leiche versteckte er in einem Erdkeller im Haus und wartete acht Tage, ehe er einem Freund die Tat am Telefon beichtete.

NÖ. Nach dem Femizid an einer 36-Jährigen im Bezirk Mistelbach sind die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter weiterhin im Gange. Über die beantragte Untersuchungshaft sei noch nicht entschieden worden, teilte eine Sprecherin des Landesgerichts Korneuburg mit. Der Mordverdächtige gab an, seine Lebensgefährtin - die aus Cuxhaven in Deutschland stammende Joyce Samantha P. - am 5. Jänner nach einem Streit mit einem Seil erdrosselt zu haben.

Die Leiche der 36-Jährigen wurde in einem Erdkeller auf dem Grundstück des Beschuldigten in einem gemieteten, heruntergekommenen Haus im Helenenthal in Wilfersdorf entdeckt. Bei der Einvernahme gab der 46-Jährige an, von seiner Partner mit einem Messer attackiert worden zu sein. Tatsächlich hatte er zwei dazu passende, nicht allzu tiefe Wunden am Rücken. Das Paar, das in der Drogenszene umtriebig gewesen sein soll und erst vor einem Jahr von Mistelbach nach Wilfersdorf gezogen war, galt im Ort als schwierig und aggressiv. So soll die Frau - die meist mit ihrem Hund "Akuma" auf den Feldern in der Region ihre Runden zog - mit einer Eisenstange die Nachbarstochter grundlos verprügelt haben. Mehrmals gab es an der Adresse bereits Polizeieinsätze wegen gegenseitiger häuslicher Gewalt.

Ein vorläufiges Obduktionsergebnis lag noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft habe auch die Auswertung der Handydaten des Verdächtigen beantragt, sagte Sprecher Josef Mechtler gegenüber der APA. Seinen Angaben zufolge hat es an der Adresse in der Weinviertler Gemeinde schon früher polizeiliche Interventionen gegeben. Bei dem Opfer handelt es sich um eine deutsche Staatsbürgerin.

Einige Tage nach der Tat soll der 47-Jährige einen Bekannten über die Tötung bei einem Telefonat "informiert" haben - der geschockte Kumpel erstattete daraufhin am Dienstagabend Anzeige. Der Verdächtige war laut Polizei "umgehend kooperativ" und führte die Beamten zu dem Leichnam.

(S E R V I C E - In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133, sowie in Niederösterreich beim NÖ Frauentelefon unter 0800-800 810.)

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