Sohn hatte vor Vater Todesangst

Mordfall Paulina

Sohn hatte vor Vater Todesangst

Einer der beiden Verdächtigen könnte ohne Strafe davonkommen.

Beim Lokalaugenschein hatte Konstantin K. ausgepackt . Der 19-Jährige schiebt alle Schuld (und die Tathandlung an sich) seinem Vater Klaus zu. Der Maturant will ein Mord-Komplize wider Willen gewesen sein. Wie berichtet, plädiert sein Anwalt Farid Rifaat auf „entschuldigenden Notstand“, da sein Mandant in einer totalen Abhängigkeit zu seinem Vater stand, der ihm mit dem Messer am Hals gedroht haben soll: „Da bist fällig, wenn du mir nicht hilfst!“ Ob der Bursche – der Zeit seines Lebens von Klaus K. wie ein Hund behandelt worden sein will – tatsächlich keine andere Möglichkeit hatte, als seinem Vater bedingungslos zu folgen, anstatt etwa die Polizei zu alarmieren, muss jetzt ein Gutachter feststellen. Die Staatsanwaltschaft Wels hat psychologische Atteste der beiden Verdächtigen in Auftrag gegeben.

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14-jährige Paulina ist tot

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    Messer an Kehle
    Konstantins Anwalt Farid Rifaat unterstreicht: „Der Bub konnte nicht mehr klar denken, er hat sich vor seinem Vater gefürchtet und hatte nach der Sache mit dem Messer Todesangst.“

    Ein „entschuldigender Notstand“ (§10StGb) würde darauf hinauslaufen, dass Paulinas Stiefbruder ohne Strafe davonkommen könnte – obwohl er das Auto fuhr, mit dem das Mädchen entführt wurde; obwohl er nicht eingriff, als sein Vater mit der Taschenlampe zuschlug und Paulina erwürgte, obwohl er die blutigen Autositze verstecken und auch mithalf, die Leiche zu verscharren. Rifaat: „Konstantin begreift langsam, was passiert ist. Er bereut zutiefst. Es geht ihm miserabel.“

    Ein einziger Punkt indes könnte die Verteidigungsstrategie zertrümmern. Angeblich plante Klaus K. den Rache-Mord (der sich gegen seine Ex-Frau richtete, der er das Liebste nehmen wollte) bereits seit Februar. Konnte der Bub tatsächlich ein halbes Jahr (!) nichts anderes unternehmen, als am Ende mitzuhelfen? Es gilt die Unschuldsvermutung.

    Stimmen im Kopf sollen den Befehl zum Mord an Paulina gegeben haben
    So sehr die Hinterbliebenen die Aussagen von Konstantin schmerzen – noch wütender macht sie die Verantwortung des mutmaßlichen Haupttäters Klaus K. Der 48-Jährige – es gilt die Unschuldsvermutung – will offensichtlich auf Geisteskrankheit plädieren. Seit der Trennung von Paulinas Mutter Claudia will er Stimmen im Kopf gehört haben, die ihm befohlen haben, „etwas zu tun“.

    Die Verteidigung des Fernfahrers wird allerdings erschüttert. Die Polizei habe Hinweise, dass es Sex-Attacken gegen die 14-jährige Stieftochter gegeben habe. So soll Klaus K. der schlafenden Paulina unter das Nachthemd gegriffen haben, weil er sie mit ihrer Mutter und seiner Gattin verwechselt habe. Daraufhin trennte sich die Ehefrau von ihm.

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