Am heutigen Dienstagabend wurde das neue Containerterminal 3 im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln eröffnet. Damit setzt das Land NÖ einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung des Katastrophenschutzes und der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren.
Die Landeshauptfrau bezeichnete die Erweiterung als „echten Meilenstein“, denn mit dem neuen Containerterminal habe man effizientere Logistikstrukturen geschaffen, damit eine schnellere Verfügbarkeit von Einsatzmitteln sowie klare Abläufe ermöglicht. „Diese Erweiterung ist visionär und bedeutet noch höhere Sicherheit für Bevölkerung und auch für unsere Einsatzkräfte“, so Mikl-Leitner. Besonders das Hochwasser im Jahr 2024 habe gezeigt, wie wichtig schlagkräftige Einsatzorganisationen seien, sagte sie. Schon während der Hochwasserkatastrophe habe das Land unmittelbar zusätzliche Ausrüstung angekauft, damit die Feuerwehren auch künftig bestmöglich gerüstet seien. „Mit dem neuen Containerterminal im Sicherheitszentrum Tulln steht nun auch die notwendige Infrastruktur zur Verfügung.“
Die neue Anlage umfasse eine Lagerhalle mit rund 1.700 Quadratmetern Fläche sowie mehr als 2.000 Quadratmeter befestigten Freibereich, so die Landeshauptfrau. Darüber hinaus Stellplätze für Wechselladecontainer und Anhänger, Abstellflächen für Lkw sowie Technik- und Lagerräume. „Das sind optimale Rahmenbedingungen, damit die Einsatzkräfte ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können.“ Gleichzeitig unterstrich Mikl-Leitner, dass das Land weiterhin gezielt in Hochwasserschutz, Retentionsflächen sowie moderne Ausrüstung für die Feuerwehren investiere. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Aber wir können bestmöglich vorsorgen“, erklärte sie.
Abschließend dankte die Landeshauptfrau den rund 105.000 Feuerwehrmitgliedern im Land. Mit mehr als 68.000 Einsätzen und über 7,5 Millionen geleisteten Stunden im Jahr 2025 sei die Schlagkraft der Feuerwehren eindrucksvoll sichtbar geworden. „Alle acht Minuten rücken unsere Feuerwehren in Niederösterreich zu einem Einsatz aus – bei Tag und bei Nacht, bei jeder Witterung. Sicherheit ist bei uns kein Ausnahmezustand, sondern ein Dauerauftrag“, sagte sie und hielt fest: „Der Großteil dieser Leistungen wird freiwillig erbracht und ist damit die größte ehrenamtliche Kraftanstrengung des Bundeslandes.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sagte, die Feuerwehren seien weit mehr als eine Einsatzorganisation: „Neben der Brandbekämpfung engagieren sie sich auch in der Jugendarbeit und im gesellschaftlichen Leben der Gemeinden.“ Niederösterreich verfüge über eines der dichtesten Feuerwehrnetze Europas, das besonders in Krisensituationen, wie etwa beim Hochwasser 2024, seine Stärke immer wieder unter Beweis stelle. Pernkopf verwies auch darauf, dass NÖ Feuerwehren ihre Hilfe regelmäßig über die Landesgrenzen hinaus leisten, etwa bei Waldbränden in Montenegro und Griechenland im vergangenen Jahr. „Das zeigt, dass regionale Stärke und internationale Solidarität Hand in Hand gehen.“
Aufgabe der Landespolitik sei es, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Wehren zu schaffen. Das Land unterstütze daher gezielt bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen mit dem Ziel, „der Feuerwehr das Leben leichter zu machen, damit sie uns das Leben sicherer machen kann“, so Pernkopf. Er sprach unter anderem von Beschaffungsaktionen für moderne Einsatzfahrzeuge, durch die Kosten gespart werden konnten, ebenso wie von Investitionen in Digitalisierung und moderne Alarmierungssysteme. Die neue LEA-App etwa ergänze Sirenen und Pager, unterstütze Einsatzleiter, Navigation sowie Informationsweitergabe und erleichtere auch die Organisation des Feuerwehralltags.
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf starken Standorten vor Ort. „Gerade im Krisenfall – etwa bei einem möglichen Blackout – werden unsere Feuerwehrhäuser zu wichtigen Sicherheitsinseln für die Bevölkerung“, erklärte der LH-Stellvertreter. Deshalb unterstütze das Land auch die Notstromversorgung der Feuerwehrhäuser. In den vergangenen zwei Jahren konnten rund 520 Feuerwehrhäuser entsprechend abgesichert werden. „Wir investieren gezielt in Ausrüstung, Digitalisierung und Infrastruktur – denn starke Feuerwehren bedeuten mehr Sicherheit für Niederösterreich“, betonte Pernkopf.
„Mit dem neuen Containerterminal in Tulln schaffen wir eine entscheidende Verbesserung für die Logistik im Katastrophenschutz“, sagte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Gerade bei großflächigen Schadensereignissen – wie etwa beim Hochwasser 2024 – sei es von zentraler Bedeutung, dass Einsatzmittel rasch verfügbar seien und strukturiert bereitgestellt werden könnten. „Die neue Infrastruktur ermöglicht es, Wechselladecontainer, Spezialgeräte und weitere Ausrüstung effizient zu lagern, zu warten und im Bedarfsfall schnell in den Einsatz zu bringen. Damit stärken wir die Schlagkraft der niederösterreichischen Feuerwehren nachhaltig“, erklärte er.
Gleichzeitig sei dieses Projekt auch ein starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber den mehr als 105.000 Feuerwehrmitgliedern in Niederösterreich. „Unsere Mitglieder leisten tagtäglich – überwiegend freiwillig – Enormes für die Sicherheit der Bevölkerung. Moderne Infrastruktur, gute Ausbildung und zeitgemäße Ausrüstung sind daher unverzichtbare Voraussetzungen, damit sie ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können“, betont Fahrafellner und unterstreicht: „Das neue Containerterminal trägt wesentlich dazu bei, die Einsatzorganisation Feuerwehr auch für zukünftige Herausforderungen optimal aufzustellen.“
Der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant Martin Boyer sprach über die Grundidee zum Containerterminal 3, die im Zuge des Hochwassers vor zwei Jahren entstand und bedankte sich vor allem bei der NÖ Landesregierung für die Unterstützung.
Zu Wort kam auch der Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes, Robert Mayer, der über das neue Containerterminal 3 sagte: „Es gibt derzeit nichts Vergleichbares in Österreich.“
Das neue Containerterminal 3 wurde von Landesfeuerwehrkurat Pater Stephan Holpfer gesegnet. Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnung von der Polizeimusik Niederösterreich. An der Eröffnung nahmen zahlreiche Fest- und Ehrengäste der Freiwilligen Feuerwehren aus ganz Österreich, von Polizei, Bundesheer, Rettungsorganisationen, Politik und Wirtschaft teil.