Rübenkampagne

Drastischer Ernteeinbruch: Wo sind all die Rüben hin?

Die Agrana hat vor kurzem ihre Zuckerrübenkampagne 2025/26 beendet. 1,9 Mio. Tonnen wurden in rund 150 Tagen vearbeitet – das sind um 1,4 Mio. Tonnen weniger als im Jahr davor. Grund dafür ist, dass es immer weniger Anbauflächen gibt. 

Die Rübenverarbeitung am Agrana-Standort in Tulln hatte Anfang September begonnen und wurde nach 147 Tagen am 1. Februar abgeschlossen. Die Erntefläche betrug rund 25.000 Hektar, im Jahr davor waren es noch 42.500 Hektar. Mit 1,9 Mio. Tonnen brach die Ernte um 42 Prozent ein. Bei der Kampagne im Jahr davor waren noch 3,3 Mio. Tonnen Zuckerrüben geerntet worden.

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Schon vor einem Jahr hatte die Agrana einen deutlichen Rückgang der Erntefläche prognostiziert. Als Grund hatte sie u.a. die schwierigen Bedingungen am Zuckermarkt genannt. In dem Zusammenhang war im vergangenen März außerdem das Agrana-Werk in Leopoldsdorf (Bezirk Gänserndorf) geschlossen worden. 

Gute Qualität geerntet

Glück hatte man bei der Zuckerrübenkampagne 2025/26 dagegen mit dem Wetter. Der Witterungsverlauf sei für die Rübenentwicklung günstig gewesen, teilte die Agrana mit. "Nach einem trockenen und überdurchschnittlich warmen Juni folgte ein nasser und kühler Juli. Die Folgemonate August und September waren für die weitere Entwicklung der Rübenbestände ebenfalls förderlich.“

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Entsprechend positiv sei auch die Zuckerrübenqualität mit Zuckergehalten von rund 16,7 Prozent. Der durchschnittliche Hektarertrag betrug der Agrana zufolge 79 Tonnen.

Bauernbund kritisiert "Schleuderpreise“

Zur Menge an produziertem Zucker wollte man sich seitens der Agrana aus verkaufstaktischen Gründen nicht äußern. Auch die Zuckerpreise im heimischen Handel wollte man nicht kommentieren, denn diese könne man nicht beeinflussen, hieß es auf Anfrage von noe.ORF.at.

Der Österreichische Bauernbund kritisierte in einer Aussendung die Zucker-„Schleuderpreise“. „Was im Einkaufskorb nach einem Schnäppchen aussieht, entscheidet auf den Höfen darüber, ob sich der Rübenanbau für bäuerliche Familienbetriebe überhaupt noch lohnt“, hieß es.

Gründe für den Druck auf den Rüben- und Zuckersektor seien der Wegfall der EU-Quotenregelung im September 2017, sinkende Marktpreise und die zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen. Importe, etwa aus der Ukraine und künftig im Zusammenhang mit dem Mercosur-Abkommen, würden den Druck noch weiter verstärken, betonte der Bauernbund in der Aussendung.

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