Umzugs-Drama

"Einkaserniert im Container“: 650 Schüler warten seit Jahren auf ihre Schule

Bürokratie-Wahnsinn in Niederösterreich: Zweieinhalb Jahre Verzögerung – und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht. Die Schüler frieren im Winter und schwitzen im Sommer. 

Es ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht: 650 Schülerinnen und Schüler der BASOP und BAFEP St. Pölten werden seit zweieinhalb Jahren in einem riesigen Containerdorf aus 300 Elementen unterrichtet – und ein Baustart für ihre neue Schule lässt noch immer auf sich warten!

Rechtliches Chaos als Bremse

Eigentlich sollte der Umbau längst abgeschlossen sein. Doch statt Baugeräuschen herrscht nebenan gespenstische Stille – das alte Schulgebäude aus den 70ern steht leer und verfällt wie ein „Lost Place". Schuldirektor Rainer Kalteis gibt zu: „Es hat sich verzögert, weil es rechtliche Fragen zu klären gab und auch ein Regierungswechsel dazwischen war."
Der Grund für das Chaos: Grundstück und Gebäude gehören dem Land NÖ – die Erhaltungspflicht liegt aber beim Bund. Dieses Zuständigkeits-Wirrwarr kostete Jahre! Erst im Sommer 2025 gab es einen Landtagsbeschluss. Christoph Reiter-Havlicek vom Land NÖ erklärt: „Der Bund hat geplant, einen Architekten gefunden und die Baugenehmigung erwirkt – dann bat er uns, das Projekt zu übernehmen. Daher bauen jetzt wir."

Schüler nehmen es mit Humor – aber es reicht!

Die betroffenen Jugendlichen geben sich tapfer. Die 16-jährige Sophie Oberleitner aus Euratsfeld etwa kennt gar nichts anderes: „Wir sind nichts anderes gewohnt. Man merkt oft gar nicht, dass man im Container ist“, sagt sie gegenüber noe.orf.at.
Doch die Realität ist hart: Im Winter ist es bitterkalt, im Sommer unerträglich heiß, räumlich ist es extrem beengt. „Aushaltbar" – so lautet das ernüchternde Urteil der Schüler.
Deutsch-Professorin Julia Winter sieht es pragmatisch: „Wir haben dichte Fenster, Wärme, es regnet nicht rein." Aber auch sie wundert sich: Warum sind nebenan noch immer keine Baugeräusche zu hören?

Jetzt soll endlich gebaut werden!

2023 übersiedelte die Schule notgedrungen ins Containerdorf – wegen Platzmangel und dem maroden Zustand des Altbaus. Nun soll das Land endlich loslegen. Geplant sind eine umfassende Sanierung des Altgebäudes sowie ein Zubau – inklusive Lehrkindergarten mit fünf Gruppen. Wanderklassen sollen dann der Vergangenheit angehören. Wann die Schüler endlich einziehen können? Das steht noch in den Sternen.

Eröffnung für Juni 2028 geplant

© Silbermayr Welzl Architekten

Noch immer nicht geklärt ist unterdessen, wie es mit der nebenan liegenden Prandtauerhalle weitergeht, diese ist ebenfalls in die Jahre gekommen und müsste dringend saniert werden. Zumindest für die Schule ist nun aber der Baubeginn in Sichtweite und auch das Baufeld ist mittlerweile abgesperrt. „Die Schüler sehnen sich danach, wieder etwas mehr Freiräume zu haben“, erzählt Direktor Kalteis.Durch den Neubau werden 650 Schülerinnen und Schüler, rund 150 Kindergarten- und Hortkinder sowie rund 100 Lehrer wieder unter einem Dach lernen und lehren können. Der Bund investiert 36,5 Millionen Euro. Die Eröffnung soll im Juni 2028 stattfinden.

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