Alarmierende Zahlen

Im Kampf gegen die Dürre: Weinviertel trocknet aus

Im Weinviertel zeigt eine neue BOKU-Studie, wie natürliche Maßnahmen helfen könnten, Wasser länger im Boden zu halten und Ernten zu schützen. 

Trotz des jüngst gefallenen Regens bleibt die Lage für Niederösterreichs Landwirtschaft angespannt: Die Grundwasserstände sind vielerorts im Keller, die Felder ausgedörrt. Besonders das Weinviertel zählt zu den trockensten Regionen des Landes. Hitzeperioden werden länger, Regen fällt oft nur noch als kurzer Wolkenbruch - und fließt dann meist ungenutzt ab. Eine BOKU‑Studie zeigt nun, dass die Natur selbst ein entscheidender Verbündeter im Kampf gegen die Dürre sein könnte.

Untersucht wurde ein Gebiet von rund 1.500 Quadratkilometern im March‑Einzugsgebiet. Das Ergebnis: Schonendere Bodenbearbeitung wie Direktsaat und Mulchschichten hält deutlich mehr Feuchtigkeit im Boden. Pflanzen bleiben an heißen Tagen kühler, wachsen stabiler und brauchen weniger Bewässerung. Auch Grünstreifen entlang von Bächen und sogar Biberdämme wirken wie kleine Speicher, die Wasser bremsen und langsam in den Boden sickern lassen.

Werden mehrere solcher Maßnahmen kombiniert, entsteht ein natürlicher Schwamm, der Regen speichert und in Trockenzeiten wieder abgibt. Der WWF fordert deshalb, dass Niederösterreich solchen Projekten deutlich mehr Gewicht und Aufmerksamkeit schenkt - denn der Klimawandel steht erst am Anfang und die Region kann sich weitere Fehler nicht leisten, wie aus der Studie hervorgeht. Nur wenn Niederösterreich jetzt konsequent auf natürliche Wasserspeicher setzt, hat das Weinviertel eine reale Chance, den kommenden Dürresommern standzuhalten.

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