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Mogelpackung in Uniform

400 zusätzliche Beamte sollen mehr Sicherheit bringen, aber niemand weiß, woher sie kommen

Die 400 von Innenministerin Maria Fekter und der NÖVP angekündigten Polizisten, die demnächst ihren Dienst zwischen Enns und March antreten sollen, sorgen für Irritationen. Laut Auskünften aus Polizeikreisen gibt es sie nicht – jedenfalls nicht als zusätzliches Personal.

50 Neuzugänge
„Woher sollten die kommen“, trifft Franz Hofko, Chef der NÖ-Polizeigewerkschaft, einen wunden Punkt. „52 neue Kollegen werden in zwei Wochen ausgemustert. Sie werden ab August in Wiener Umlandgemeinden eingesetzt und die Autobahnpolizei verstärken.“ Er bestätigt, wie ÖSTERREICH bereits berichtete, dass 50 frische Polizeischüler seit Juni in Ausbildung stehen, „die frühestens ab Juli 2011 Personallücken füllen können“, ärgert sich Polizist Hofko über das „fatale Spiel mit falschen Zahlen“.

Rochaden
„Die kolportierten 400 Neuen kennen wir – alle. Sie schieben regelmäßig Dienst und können sich ab Juli freiwillig für eine Versetzung melden. 100, also nur ein Viertel von ihnen – bleiben in NÖ“, berichtet Hermann Findeis, der rote Sicherheitssprecher im Land. „Der Rest wird auf die Bundesländer oder der in Gründung befindlichen SOKO Ost (siehe auch Seite 13) mit Sitz in Wien überstellt“, so ein Polizei-Insider. „Wer glaubt, dass die verbleibenden Hundert im Land verteilt werden, irrt – sie sollen Außenstellen der NÖ Landesverkehrsabteilung in Tribuswinkel, Schwechat, der erst fertig zu stellenden Einsatzzentrale Großkrut und St. Pölten verstärken“, erklärt er die Rochade im Detail.

Mogelpackung
„Kollegen aus den Bezirken Gmünd, Hollabrunn und Mistelbach werden abwandern und dort unsere Präsenz weiter ausdünnen“, sind sich daher Hofko und Findeis einig.

„Zahlenmogelei stoppt aber die explodierende Kriminalität unter Garantie nicht“, gießt schließlich auch noch SPNÖ-Manager Günter Steindl Öl ins Feuer.

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