So lief die Geister-Eröffnungshow

Sommerspiele in Tokio offiziell eröffnet

So lief die Geister-Eröffnungshow

Die XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokio sind offiziell eröffnet! 

Der japanische Kaiser Naruhito sprach am Freitag um 16:13 Uhr die offiziellen Eröffnungsworte und gab damit das Startsignal für das größte Sportereignis der Welt.  Auch bei der Eröffnungsfeier befanden sich neben den Delegationen aus 205 Nationen und dem IOC-Flüchtlingsteam sowie Show-Darstellern nur Ehrengäste und Medienvertreter im Olympiastadion. Die österreichische Mannschaft marschierte angeführt von Tanja Frank und Thomas Zajac, die gemeinsam die Fahne trugen, in Lederhosen ins Oval ein. Die beiden Segler hatten bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro mit Bronze im Nacra 17 Österreichs einzige Medaille geholt.

Video zum Thema: Olympia 2021: Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio

Die zweiten Tokio-Spiele nach jenen - für Österreich medaillenlosen - 1964 finden aufgrund der Corona-Pandemie mit einem Jahr Verspätung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zuschauer sind wegen steigender Infektionszahlen nicht zugelassen und waren es auch nicht bei der Eröffnungsfeier. Dennoch waren nach offiziellen Angaben rund 10.400 Personen im Stadion, darunter 6.000 Aktive und Delegationsmitglieder. Dazu kamen Show-Darsteller, Offizielle und Medienvertreter. Es war eine reduzierte, fernsehgerechte Aufbereitung, die freilich nicht an glanzvolle Eröffnungen jüngster Spiele herankam, aber doch etwas japanische Kultur vermittelte.

Frank & Zajac hissen die Flagge 

Das ÖOC war mit rund zwei Dutzend Personen dabei, Fahnenträger waren die Segler Tanja Frank und Thomas Zajac. Erstmals waren für diese Aufgabe Pärchen aus Sportlerin und Sportler vorgesehen. Frank/Zajac sind Bronzemedaillengewinner von Rio 2016 im Nacra 17. In Deutschland fiel die Wahl auf Beach-Volleyballerin Laura Ludwig und Wasserspringer Patrick Hausding. Die den Einmarsch abschließende Equipe Japans wurde von Ringerin Yui Susaki und Basketballer Rui Hachimura angeführt.

Die Reaktionen waren begeisternd. Co-Fahnenträgerin Frank fand es "megacool" und "ein Wahnsinn". Zajac zählt das Tragen der Fahne gemeinsam mit Frank "zu einem der Höhepunkte meiner sportlichen Karriere". Es sei kein volles Stadion gewesen, "aber es war trotzdem alles voller Energie. Es war ein wirklich schöner Moment." Olympia-Debütantin Abicht sprach von einem "Gänsehautmoment" und nannte es "ein supercooles Erlebnis". 

Jill Biden & Emmanuel Macron als VIP´s 

Es waren kaum Würdenträger aus dem Ausland angereist. Als einer der wenigen Staatschefs war Südkoreas Präsident Moon Jae-in dabei. Auch die Frau von US-Präsident Joe Biden, First Lady Jill Biden, und der französische Präsident Emmanuel Macron waren im Stadion anwesend. Jedenfalls waren es aber deutlich weniger Vertreter von Ländern und internationalen Organisationen als die 40 vor fünf Jahren in Brasilien. 

Proteste begleiten Chaos-Spiele

Rund um die Eröffnungsfeier gab es am Freitag in Tokio auch vereinzelte Proteste. Vor dem Rathaus hatten sich Dutzende von Menschen umringt von Polizisten versammelt. Auf Bannern stand "Löscht die Olympische Fackel" und "Keine Olympiade" sowie "Globales Verbrechen gegen Japan". Vor dem Stadion war "Stoppt die Olympiade sofort. Brecht die Eröffnungsfeier ab" zu hören. Diese Rufe waren auch während der Feier in der Arena zu vernehmen, wenn es kurz still war.

Tokio ist zum zweiten Mal nach 1964 Olympia-Gastgeber. Die Spiele waren wegen der Pandemie im Vorjahr um ein Jahr verschoben worden.