Das Trinkwasser in Hardegg und umliegenden Orten kann wieder verwendet werden. Nach Verunreinigung der Thaya auf tschechischer Seite war die Versorgung unterbrochen worden. In den vergangenen zwei Wochen übernahmen Feuerwehren die Notversorgung unter winterlichen, teils eisigen Bedingungen.
Nach der Verunreinigung der Thaya durch ein Gebrechen an einem Güllebecken in Tschechien ist das Leitungswasser in der Nationalparkgemeinde Hardegg (Bezirk Hollabrunn) wieder nutzbar. Bürgermeister Friedrich Schechtner (ÖVP) und der ressortzuständige Landesrat Sven Hergovich (SPÖ) haben am Freitag darüber informiert. Beide dankten der Feuerwehr, die fast zwei Wochen lang die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt hatte. 4,2 Millionen Liter Trinkwasser wurden transportiert.
Mit Freitagfrüh sei wieder auf die Entnahme aus dem Thaya-Brunnen umgestellt worden, schrieb der Hardegger Bürgermeister in einer Bürgerinformation. Die Entscheidung sei von der Wasserrechtsbehörde des Landes und der Bezirkshauptmannschaft (BH) Hollabrunn "nach Vorlage eines positiven Laborbefundes getroffen" worden. Dass die Versorgung trotz der Unterbrechung "zu jedem Zeitpunkt aufrechterhalten werden konnte, ist das Ergebnis eines außergewöhnlich koordinierten Einsatzes", erklärte Kommunal-Landesrat Hergovich. Mit der nun erfolgten Freigabe des Leitungswassers ende der Notbetrieb.
Der Hardegger Bürgermeister hatte vergangene Woche von der "Eintragung von großen Mengen an Gülle" in die Thaya aus einem Betrieb in Tschechien berichtet. Die Folge war, dass die Wasserentnahme aus dem Brunnen der Stadtgemeinde vorsorglich eingestellt werden musste.
Feuerwehr war im Schichtbetrieb im Einsatz
Um die Versorgung für rund 1.300 Haushalte mit etwa 3.500 betroffenen Personen sicherzustellen, waren Tanklösch- und Wechselladefahrzeuge mit Wassertanks im Pendelverkehr unterwegs. Bis zu 60.000 Liter pro Stunde wurden transportiert, um den Hochbehälter in der Ortschaft Felling kontinuierlich zu befüllen, berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando in einer Aussendung. Auch eine provisorische Zufahrtsstraße musste errichtet werden. Der Einsatz fand laut Feuerwehr "unter äußerst widrigen Umständen statt: Temperaturen von bis zu minus zehn Grad, vereiste und verschneite Zufahrtswege sowie Fahrten bei Nacht stellten Mensch und Material vor enorme Herausforderungen." Teilweise wurde im Drei-Schicht-Betrieb und rund um die Uhr gearbeitet.
Der Einsatzleiter, Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Reinhard Scheichenberger, sprach von einer "unglaublichen Leistung": "Am ersten Tag sind wir alle noch von einem zwei- bis dreitägigen Einsatz ausgegangen. Dass wir nun fast zwei Wochen lang Trinkwasser transportieren, teilweise nachts und im Schichtbetrieb, hätte ich nicht erwartet." Um Personal und Material zu schonen, wurden "Kräfte aus ganz Niederösterreich eingebunden", sagte Bezirkskommandant Alois Zaussinger. Mitglieder von 23 Feuerwehren standen im Einsatz. Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss betonte: "Wir wissen ganz genau, was wir an unseren Feuerwehren haben - auf sie ist in jeder Lage Verlass."