Zwettl

Unfall-Drama: Familie erstickt in Brunnen

Vater stürzte in Brunnen, Tochter und Schwiegersohn wollten ihn retten.

Ich kann es gar nicht fassen, was da passiert ist, ich habe die Leute gut gekannt“, erzählt eine Nachbarin unter Tränen. Gegen 19.30 Uhr heulte die Sirene in der 800-Seelen-Gemeinde Schönbach im Waldviertel (Bez. Zwettl). Die Feuerwehren wurden auf den abgelegenen Bauernhof der Familie H. in den Ortsteil Lichtenau gerufen. Weil der Notarzt den Einsatzort nicht sofort fand, musste er hingelotst werden – wertvolle Zeit verstrich.

Tödlicher Fehler
„Es war ein neu hergerichteter Brunnenschacht“, sagt Bürgermeister Ewald Fröschl. Tief im Schacht hatte der Bauer Josef H. gearbeitet. Als ihn seine Tochter Barbara H. und der Schwiegersohn Günther G. nicht fanden, begaben sie sich auf die Suche. Der Bauer hatte auf dem Grund des acht Meter tiefen Schachts die Besinnung verloren. Und dann beging das Ehepaar einen tödlichen Fehler: „Beide sind ihm nachgeklettert“, so der geschockte Bürgermeister. Günther G. konnten noch mit dem Handy um Hilfe rufen. Die Helfer fanden ihn und seinen Schwiegervater nur mehr tot. Barbara H. wurde noch lebend geborgen, verstarb aber auf dem Flug ins Krankenhaus.


Hochschwanger
Das besonders Tragische: Das junge Paar hatte 2012 geheiratet, stand kurz davor, den Hof zu übernehmen – und erwartete sein erstes Kind. Unbestätigten Meldungen zufolge wurde die Leiche von Barbara H. ins Spital nach Zwettl geflogen, wo die Ärzte hofften, wenigstens das Kind noch retten zu können.
„Unsere Gedanken sind bei der Familie“, sagt der Bürgermeister. Die Toten hinterlassen die Frau von Josef H. und den Großvater.

(fuw, kor)


 



 



 

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