Österreichs Gefängnisse sind überfüllt, besonders in Oberösterreich. Das belastet Personal wie Insassen und zwingt das Justizministerium zu Gegenmaßnahmen.
OÖ. Österreichs Justizanstalten stoßen derzeit an ihre Grenzen: In Oberösterreich sind vor allem die Häuser in Wels, Linz und Ried deutlich überbelegt. Wels kommt im November auf 113,3 Prozent Auslastung, Linz auf 107,1 Prozent und Ried auf 105,6 Prozent. Lediglich das forensisch-therapeutische Zentrum Asten liegt mit 95,3 Prozent unter der Kapazität. Im Schnitt erreichen die Anstalten in Oberösterreich 103,7 Prozent, Tendenz steigend.
Das Justizministerium nennt mehrere Ursachen: Pandemiebedingte aufgeschobene Haftantritte, ein spürbarer Bevölkerungsanstieg sowie Veränderungen im Maßnahmenvollzug. Die Überbelegung belastet sowohl Personal als auch Häftlinge – mehr Konflikte, mehr Beschwerden und weniger Platz sowie Beschäftigungsangebote sind die Folge.
Um gegenzusteuern, setzt Justizministerin Anna Sporrer auf Maßnahmen wie vermehrte bedingte Entlassungen und den Ausbau elektronischer Fußfesseln. Parallel werden Erweiterungen und strukturelle Anpassungen geprüft. Doch auch der Personalmangel bleibt ein Thema: 26 Planstellen sind in OÖ unbesetzt, besonders in Psychologie, Pflege und Sozialarbeit.