Eine Prinzessin, die sich allen Männern verweigert, gibt die Weisung aus, dass sie sich nur dem Freier hingeben wird, der drei von ihr gestellte Rätsel zu lösen vermag. Gelingt ihm dies nicht, wird er geköpft.
Linz. Nach 47 Jahren hat Giacomo Puccinis letzte Oper "Turandot" eine neue Inszenierung am Landestheater Linz erlebt. Die Premiere am Samstag im Linzer Musiktheater wurde vom Publikum mit spektakulärem Jubel quittiert. Er galt in erster Linie der musikalischen Seite, beginnend mit dem hochmotiviert musizierenden Bruckner Orchester Linz über die bis in die kleinsten Rollen großartigen Solisten bis hin zu den vom Komponisten besonders kraftvoll eingesetzten Chormassen.
Unter der musikalischen Leitung von Enrico Calesso entfaltete sich Puccinis letzte Oper zum musikalisch packenden Erlebnis. Das von Luciano Berio 2002 angefügte neue Finale der Oper hätte dem Komponisten gefallen, der die Oper unvollendet hinterlassen musste.
Gefühlswelt von Turandot schlüssig betont
Die Inszenierung von Jasmina Hadžiahmetović betonte schlüssig die Gefühlswelten von Turandot, der jungen Sklavin Liù und dem unbekannten Prinzen Calaf. Elena Batoukova-Kerl bringt mit der Titelpartie ein weiteres kraftvolles hochdramatisches Gastspiel auf die Linzer Bühne. Als Calaf setzte Carlos Cardoso seinen heldischen Tenor überzeugend ein. In der Partie der Liù bejubelte das Premierenpublikum vor allem Erica Eloff.
Einmal mehr schätzt man Dominik Nekel als Timur, ebenso verlässlich Christian Drescher als Kaiser Altoum sowie Alexander York, Jonathan Hartzendorf und Victor Campus Leal als Ping-Pang-Pong-Terzett. Chor und Extrachor des Landestheaters Linz werden von der Regie und gesanglich mächtig gefordert und in den Premierenjubel einbezogen, aus dem Hintergrund auch der Kinderchor des Hauses. Bühne (Paul Zoller) und Kostüme (Mechthild Feuersterin) runden den optisch positiven Gesamteindruck der Inszenierung ab.