Prozess in Wien

Mordversuch an Partnerin: 15 Jahre Haft

Wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Partnerin muss ein 28-jähriger Wiener 15 Jahre in Haft. Er schnitt der Frau den Hals auf, während er ihr gemeinsames Baby im Arm hielt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Wien. Die Geschworenen verurteilten heute in einem Mordversuchsprozess im Wiener Landesgericht den Angeklagten zu 15 Jahren Haft, berichtet der "Standard". Der 28-jährige Österreicher hatte seiner 25-jährigen Partnerin am 25. September einen Schnitt in die Kehle zugefügt. Laut Aussagen der Frau, habe er ihr mit den Worten: "Ich werde Dich umbringen, du Schlampe!" ein Gemüsemesser an den Hals gesetzt und ihr den Hals aufgeschnitten. Das Opfer überlebte schwer verletzt. Bei der Tat hielt der 28-Jährige das gemeinsame Baby im Arm. Der Angeklagte bestreitet eine Tötungsabsicht. Die Geschworenen sprachen ihn einstimmig wegen Mordversuchs schuldig.

Vorher soll es zu einem Streit gekommen sein. Statt einen Kasten aufzubauen, wollte der Angeklagte lieber Konsole spielen. Als seine Partnerin ihn daraufhin beschimpfte, holte er ein Messer. "Ich wollte sie halt einfach bedrohen und verletzen, damit sie mit den Schimpfwörtern aufhört", behauptete vor Gericht. Dann fügte er der 25-Jährigen eine lebensgefährliche Wunde am Hals zu.

Opfer leidet noch heute

Das Opfer leidet heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung. "Ich seh die Narbe jeden Tag, wenn ich in den Spiegel schaue", sagte die Frau aus, die den Angriff nur durch eine Notoperation überlebte. Neben der Haft muss der Verurteilte 11.720 Euro an das Opfer zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Mann nach Rücksprache mit seinem Verteidiger Bedenkzeit anmeldete.

(S E R V I C E - In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at; Gewaltschutzzentrum Wien: https://www.gewaltschutzzentrum.at/wien/ und beim 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133)

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