Identitärer im "Bürgerforum"

ORF provozierte mit Absicht

Rechtsextremer Aktivist wurde von ORF »eingeladen«, um Kanzler zu befragen.

Die Aufregung ist groß. Niemand Geringerer als der Chef der Identitären - vom Dokumentationsarchiv als rechtsextrem eingestuft und vom Verfassungsschutz beobachtet - Alexander Markovics durfte Dienstagabend im ORF-Bürgerforum SPÖ-Kanzler Werner Faymann und VP-Vize Reinhold Mitterlehner Fragen zum Thema Flüchtlinge stellen.

Kritikpunkt: Der ORF präzisierte nicht, dass es sich bei den Identitären um eine Rechtsaußen-Bewegung handelt. SPÖ, Grüne und ÖVP fordern "Auf klärung. SP-Klubchef Andreas Schieder in ÖS-TERREICH: "Das ist im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht okay. Ich war schockiert, dass der Identitäre, ohne ausgewiesen zu werden, bei so einem sensiblen Thema reden durfte."

ORF-Erklärung: »Haben alle Gruppen eingeladen«

Wusste der ORF nicht, wer sein sinistrer Gast war? "Ich habe mich nicht in das ORF-Studio reingeschummelt, ich wurde vom ORF eingeladen", sagt der Chef der Identitären, Markovics, im ÖSTERREICH-Interview. Die Antwort des ORF: "Es waren alle Gruppen eingeladen, die sich mit dem Thema Flüchtlinge intensiv befassen bzw. davon betroffen sind." Die Sendungsmacher hatten sich eine lebhafte Diskussion ausdrücklich gewünscht. Mit Erfolg. Isabelle Daniel

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ORF provozierte mit Absicht


"ORF hat mich ins Studio eingeladen"

Im ÖSTERREICH-Gespräch erzählt Markovics von den Geschehnissen.

ÖSTERREICH: Wie sind Sie denn in das ORF-"Bürgerforum" gekommen, um Kanzler und Vize zu befragen?

Alexander MARKOVICS: Ich habe mich nicht reingeschummelt. Der ORF hatte mich bereits vor zwei Wochen kontaktiert und gesagt, meine Meinung sei in der Sendung gefragt.

ÖSTERREICH: Und der ORF wusste, dass Sie der Chef der Rechtsaußen-Identitären sind? MARKOVICS: Der ORF wusste ganz genau, wer ich bin. Ich wurde sogar zu einem Casting eingeladen. Da wurden meine Antworten aufgenommen. Nach dem Casting wurde ich nochmals vom ORF angerufen und eingeladen.

ÖSTERREICH: Dass just Sie Kanzler und Vizekanzler über Flüchtlinge befragen durften, sorgt jetzt für Wirbel. War das Ihre Absicht?

MARKOVICS: Das tut mir leid für den ORF, aber dass ich die Chance nutze, meine Positionen im ORF zu vertreten, ist verständlich, oder?

ÖSTERREICH: Hatten Sie nach der Sendung im Studio Reaktionen?

MARKOVICS: Vom Sektor, in dem ich saß, bekam ich Beifall. Ich habe nach der Sendung Leute vom Publikum zu unserer Identitären-Demo in Spielfeld eingeladen.

 

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