Paulina: Kommt ihr Stiefbruder schon frei?

Berufung

Paulina: Kommt ihr Stiefbruder schon frei?

Der Tod von Paulina bleibt vorerst ungesühnt: Der Fall geht ans Höchstgericht.

„Es ist eine Schande für dieses Land“, sagt Dimitros S. „Nach all den grauenhaften Fällen vergangener Jahre müsste die Justiz doch alles tun, um nach außen für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen.“ Der 50-Jährige aus Köln ist am Ende: Nicht nur, dass er am Dienstag am Landesgericht Wels dem Mittäter am Mord von Tochter Paulina (14) ins Gesicht schauen musste. Nicht nur, dass Konstantin K. (20) mit fünf Jahren nur die Mindeststrafe erhielt. Jetzt könnte diese Strafe sogar noch milder ausfallen.

Verteidiger Farid Rifaat hat Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt. „Möglich wäre, neu zu verhandeln, statt Beihilfe zum Mord wegen Totschlages.“ Ansonsten setzt er auf „besonders mildernde Umstände“: Dabei könnte man unter die Mindeststrafe gehen, Konstantin K. nur drei Monate geben, womit er sofort ein junger freier Mann wäre ...

„Schakal“
Die Tat selbst wird nicht bestritten: Am 5. Juli 2011 half Konstantin Vater Klaus-Peter K., die Tochter von Ex-Freundin Claudia S. zu entführen. Während der Bursch das Auto fuhr, schlug der 48-Jährige dem Mädchen den Schädel mit einer Taschenlampe ein, erwürgte sie mit einem Seil. Motiv: „Rache wegen der Trennung“, so Rifaat. Klaus-Peter K. sei ein „charakterlicher Schakal“ gewesen – und der Sohn williger Gehilfe. „Der Sohn wurde in pathologische Abhängigkeit geprügelt“, so Psychiater Reinhard Haller. Konstantin: „Als ich mal widersprach, zerschlug er ein Glas, wollte es in meine Brust rammen.“ Drei Faustschläge, gebrochene Nase: Preis für einen Scherz.

„Störung“
Angst war das beherrschende Motiv. „Sie wussten schon lange von der Tat, wieso holten sie keine Hilfe?“, so Richterin Ulrike Nill. „Ich wusste, dass es Unrecht ist, aber ich war in einem Film, gelähmt vor Furcht.“ Für den Verteidiger Nötigung, für den Gutachter seelische Störung. „Er hat die Gene seines Vaters“, so Haller.
Doppelte Tragik: „Paulina und die Mutter waren die einzigen, die mir je Zuneigung gaben – und ihnen habe ich Schmerz zugefügt.“

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Paulina: Prozess gegen Stiefbruder

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