Red Bull Motocross-Star (19) stirbt bei Lawinen-Drama

Drei verschüttete Personen

Red Bull Motocross-Star (19) stirbt bei Lawinen-Drama

Ein großes Schneebrett riss am Samstag im Salzburger Lungau eine Gruppe von Tourengehern mit und verschüttete drei heimische Motocross-Sportler.

 Bei einem Lawinenabgang auf der Lackenspitze in Tweng im Salzburger Lungau sind am Samstag drei Skitourengeher aus Oberösterreich von einem großen Schneebrett verschüttet und getötet worden. Ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Urfahr und ein 24-Jähriger aus Wels-Land konnten nur noch tot geborgen werden. Ein 19-Jähriger aus Grieskirchen wurde reanimiert und schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Klagenfurt geflogen. Er verstarb im Spital.

Wie nun bekannt wurde, handelt es sich bei den drei Toten um Motocross-Sportler. Beim 19-jährigen verstorbenen Mühlviertler handelt es sich um Red Bull-Athlet René Hofer. Der Sportler wurde als hoffnungsvollstes Motocross-Talent des Landes gehandelt. Erst im Oktober holte der KTM-Pilot im italienischen Pietramurata als erster Österreicher seit Heinz Kinigadner vor mehr als 30 Jahren einen Grand-Prix-Sieg in einer der beiden Hauptklassen der Motocross-WM. Bei den beiden anderen Todesopfern soll es sich um die Motocross-Sportler Michael Weißmann und Bastian Wolf handeln.

 

 

 

 

 

Zwei weitere Verletzte, ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Amstetten und ein 24-Jähriger aus Schladming, wurden mit der Rettung ins Krankenhaus Tamsweg gebracht, sagte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Anton Schilcher, im Gespräch mit der APA.

Betroffen war eine Gruppe von elf Skitourengehern unter 30 Jahren aus dem Pongau, dem Ennstal und Oberösterreich. Die Lawine dürfte sich gegen 13.45 Uhr in rund 2.400 Metern Höhe kurz unterhalb des Gipfels auf dem Nord-Osthang gelöst haben. Beim Aufstieg der Gruppe ging ein großes Schneebrett mit 200 Metern Breite und 500 Metern Länge ab und riss acht Tourengeher mit. Drei junge Oberösterreicher wurden komplett verschüttet. Laut dem Katastrophenschutzreferent des Lungaus, Christoph Wiedl, lagen die Verschütteten bis zu 4,5 Meter tief unter dem Schnee.

Nach einer großangelegten Suchaktion konnten zwei verschüttete Tourengeher mittels Lawinen-Verschütteten-Gerät geortet und geborgen werden. Der dritte Verschüttete war ohne Notfallausrüstung unterwegs und konnte erst gegen 17.15 tot aufgefunden werden, berichtete die Bergrettung Salzburg.

Die Bergrettung wurde innerhalb kürzester Zeit alarmiert und löste Bezirksalarm aus. Rund 70 Bergretter aus Mauterndorf, Obertauern, Tamsweg, Muhr und Zederhaus waren im Einsatz. Die Bergrettungshundestaffel trainierte zu diesem Zeitpunkt in Obertauern, sieben Hundeteams wurden von fünf Hubschrauber-Teams gemeinsam mit den Einsatzkräften der Bergrettung und Alpinpolizei zum Lawinenkegel geflogen. Das Gemeindegebäude Tweng wurde zum Einsatzzentrum umfunktioniert. Ein Kriseninterventionsteam betreute die unverletzten Tourengeher aus der Gruppe und die Angehörigen. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte von Bergrettung, Polizei, Rotes Kreuz und der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Laut Bergrettung erfordert die Skitour zur Lackenspitze stabile Verhältnisse. In dem Gebiet galt am Samstag oberhalb der Waldgrenze Lawinenwarnstufe 3 (erheblich). Der starker Wind dürfte Triebschneemengen zusammengetragen haben, die als leicht auslösbar galten. 



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