urteil

Gewissenlos

Rumäne (22) raubte Opa 235.000 Euro

Fast 4 Jahre Haft für den 22-Jährigen. Opfer brachte sich aus Kummer um.

Jener brutale Überfall am 6. Mai 2009 veränderte das Leben der Familie eines bayrischen Pensionisten mit Sitz in Salzburg mit einem Schlag: Der 74-Jährige behob in seiner Hausbank in der Münchner Bundesstraße sein ganzes Erspartes von 234.600 Euro, um seiner Familie zu helfen.

Ausspioniert
Der mittlerweile 22-jährige Rumäne Vasile Z. spionierte aber den Rentner, als Bettler getarnt, vor der Bank aus. Um sein Auftreten authentischer zu gestalten, gab er sich zudem als gehbehindert aus. Als der Pensionist mit dem Geld zu seinem Auto ging, sprach ihn der hinterhältige Betrüger an und bettelte um Geld. Der Bayer drängte ihn zur Seite und stieg ein. Da riss der Täter die Autotür auf, schnappte sich das Geld, schmiss die Krücken weg und rannte davon.

Geisteskrank
Als Z. im September 2009 in Rumänien mittels Videobildern gefasst wurde, fehlte vom erbeuteten Geld jede Spur. Zu Prozessbeginn stellte sich der dreiste Räuber gar dumm und wollte nicht verstehen, was ihm vorgeworfen wurde. Doch ein neurologisches Gutachten stellte schnell seine Zurechnungsfähigkeit fest.
Besonders tragisch ist, dass sich der 74-jährige Rentner nach der Tat aus Verzweiflung das Leben nahm.

Unbedingte Haft
Ein Schöffengericht unter dem Vorsitz von Karoline Edtstadler verurteilte den Rumänen am Montag nun zu einer unbedingten Haft von drei Jahren und elf Monaten. Zudem wurde den drei Erbberechtigten ein Anrecht auf je 78.000 Euro vom Täter zugesprochen.

Die Richterin will mit dem Urteil erreichen, dass in Zukunft nicht vermehrt Betrüger „busweise von Rumänien nach Österreich kommen“. Erschwerend für den Angeklagten war die lange Planung der heimtückischen Tat. Die Staatsanwältin und der Verteidiger gaben noch keine Erklärung ab.



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