Die 87-jährige Friederika S. wurde auf grauenvolle Art und Weise in ihrem Zimmer ermordet
Ein furchtbares Martyrium musste am Dienstag vor mehr als zwei Wochen Friederika S. in ihrem Zimmer des Deluxe-Seniorenheims in der Hartäckerstraße im Wiener Nobelbezirk Döbling durchleben. Die 87-Jährige wurde geschlagen und schließlich erstickt. Der Tod der Pensionistin, die 1938 geboren wurde, wurde erst nach Stunden bemerkt. Sie lag zugedeckt auf ihrem Pflegbett und wirkte, als wenn sie schlafen würde.
Zum letzten Mal wurde Friederika S. am Dienstagabend, den 20. Jänner, gegen 17 Uhr lebend gesehen, ihr Tod wurde erst am Mittwoch gegen 12.45 von einer Pflegerin bemerkt, als die 87-Jährige nicht zum Mittagessen erschienen war. Drei Mal war dazwischen eine Pflegekraft im Zimmer gewesen, hatte aber nichts auffälliges gesehen.
Den Ermittlern bot sich ein Schauplatz des Grauens: Denn im Rachen der Frau steckten Goldringe. Außerdem fanden sich bei der Leiche mehrere Haarbüschel, die ihr möglicherweise von einem Angreifer ausgerissen worden waren.
Geklaut wurde laut ersten Erkenntnissen nur wenig. Es sollen nur wenige Hundert Euro fehlen. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Noch am Donnerstag war die Tatortgruppe vor Ort, um Beweismaterial sicherzustellen. Von dem Heim-Killer fehlte zu dieser Zeit noch jede Spur.
Ältere Frauen betrogen
Aber schon bald rückte der 61-Jährige Yilmaz C., der früher für Transporte von Menschen mit Behinderung arbeitete, in den Fokus der Ermittlungen. Der Tatverdächtige wurde am 30. Jänner in der Wohnung einer Freundin, bei der er untergekommen war, in Penzing festgenommen. Video-Aufnahmen des Heims hatten den Türken mit einem Blumenstrauß, der aus Plastik gewesen sein soll, vor der noblen Seniorenresidenz gezeigt. Zudem soll er in der Nähe des Zimmers gesehen worden sein. Ein lautstarkes Telefonat, welches der Beschuldigte im Gebäude selbst geführt hatte, wirkte laut Zeugen auffällig.
Besonders brisant: Der 61-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt. Erst 2024 wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Verurteilt wurde er zu 4,5 Jahren wegen Vermögendelikten und Betrugs. Das Spezialgebiet des Spielsüchtigen mit großen Schulden, für den die Unschuldsvermutung gilt, ist, alten Damen Geld abzuluchsen. An dem besagten Tag will er eine Bekannte in dem gleichen Heim besucht haben, die er wohl schon ausgenommen hatte. 2010 soll er offiziell das erste Mal einer Freundin Geld in der Höhe von rund 30.000 Euro abgeknöpft haben.
Einer weiteren älteren Bekannten hatte er mit Hilfe von falschen Versprechungen 180.000 Euro herausgelockt. Und sie sollte nicht das letzte Opfer bleiben. Eine andere Bekannte hatte er etwa angeschwindelt und ihr mit falschen Versprechungen 180.000 Euro abgenommen.
Bisher bestreitet der 61-Jährige, der in U-Haft sitzt und vom Power-Strafverteidigerinnen Duo Astrid Wagner und Ina-Christin Stiglitz vertreten wird, jegliche Tatbeteiligung. "Ich bin unschuldig", soll er gesagt haben. Die Mordermittlungen laufen auf Hochtouren.