Krätze-Alarm in der Steiermark

Immer mehr Infektionen

Krätze-Alarm in der Steiermark

Ein ständiger Juckreiz und dann auch noch die Hautveränderungen - Krätze ist kein Spaß und wird in der Steiermark  langsam zum Problem. Denn, wie die "Kleine Zeitung" berichtet, haben sich die Fälle im letzten Jahr stark erhöht. Wurden 2016 an der Dermatologieambulanz der Uniklinik Graz 400 Fälle von der lästigen Krankheit gemeldet, waren es 2018 schon 1400 ambulante "Frequenzen", also auch Patienten, die mehrmals behandelt wurden, registriert.

Der Ansturm sei groß, heißt es seitens der Leiterin der Dermatologie, Regina Funk-Puches. Und es wird eng. "Wir sind langsam am Rande unserer Kapazitäten, denn daneben haben wir auch unsere ganzen anderen Patienten zu behandeln", erklärt Funk-Puches gegenüber dem Blatt.

Warum es plötzlich zu so vielen Krätze-Erkrankten kommt, ist noch unklar. Allerdings spiele die Jahreszeit dabei eine Rolle. "Wir wissen, dass es im Winter eine höhere Frequenz gibt, weil die Leite sich eher drinnen aufhalten enger aneinander leben", so die Dermatologin. Krätze ist eine ansteckende Erkrankung, die durch fünf bis zehn Minuten langen und engen Körperkontakt weitergeben wird. Ausgelöst wird sie durch die Skabiesmilben. Diese graben sich kleine Gänge in die Haut und legen dort Eier sowie Kot ab. Dadurch kommt es zur Infektion, die vor allem starken Juckreiz und auch Rötungen und Hautveränderungen hervorruft. Auch starke Hygiene kann eine Ansteckung nicht verhindern, da die Milben die menschliche Haut brauchen.

Erst drei bis vier Wochen nach der Erstinfektion tauchen schließlich auch die Symptome auf, die vor allem an Händen und Füßen - in extremen Fällen auch am ganzen Körper - auftreten können. Es ist keine gefährliche Erkrankung, "aber eine extrem lästige", beschreibt Funk-Puches es.

Die Behandlung ist simpel. Mittels einer Creme lässt sich die Infektion schnell in den Griff bekommen, man muss sie nur am ganzen Körper anwenden. Zudem sollten Textilien, Plüschtiere & Co. bei konstanten 21 Grad für drei Tage gelagert werden. Möbel, Teppiche & Co. sollten abgesaugt werden. Allerdings gibt es ein Problem: Besonders in Familien kommt es zu sogenannten "Ping-Pong-Infektionen". Die einzelnen Mitglieder stecken sich immer wieder gegenseitig an.

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