Nächstes Corona-Drama in der Steiermark

Patient Nummer 7:

Nächstes Corona-Drama in der Steiermark

Frau ging selbst mit Verdacht ins Spital - schwache Symptome - Patientin wird stationär behandelt - Angehörige wurden informiert und isoliert.

Graz. Beim siebenten bestätigten Coronavirus-Fall in Österreich handelt es sich um eine etwa 50 Jahre alte Frau aus der Steiermark. Sie war aus einem Risikogebiet in Oberitalien von einer Messe zurückgekehrt. Die Patientin befand sich am Samstag mit leichtem Verlauf im Krankenhaus, hieß es am Samstag bei einer Pressekonferenz des Landes Steiermark. Sie war selbst mit einem Verdacht ins Spital gekommen.

Alle Kontaktpersonen wurden verständigt und aufgefordert, zu Hause zu bleiben, sagte die steirische Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Dabei handelt es sich um ihre Angehörigen. Laut Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstand der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), ist die Frau "psychisch und gesundheitlich gefasst" und befindet sich "in guter Umgebung, wo sie kontrolliert und monitoriert wird". Sie weise vorerst nur subfebrile Temperatur auf. "Alle notwendigen Vorbereitungen wurden getroffen, die Bevölkerung kann sich sicher fühlen", betonte die steirische Sozialreferentin Doris Kampus (SPÖ).

Begab sich selbst ins Spital

Die etwa 50-jährige Frau hatte sich laut Tscheliessnigg mit dem Verdacht einer Infektion selbst in ein steirisches Spital begeben. Dort wurde sie am Eingang sofort in einen extra Raum für Verdachtsfälle gebracht, damit sie keine anderen Patienten anstecken kann, führte der Mediziner aus. Nach der Probeentnahme wurde die Frau vorerst wieder nach Hause geschickt. Als der Test positiv ausfiel, sei sie dann angerufen und von einem Rettungsdienst abgeholt worden.

Die Frau habe zwar keinen Fehler gemacht, weil sie direkt ins Krankenhaus ging, aber Tscheliessnigg appellierte an andere Menschen, die einen Verdacht haben, zuerst die Nummer des Gesundheitstelefons 1450 zu wählen und sich zu informieren. Er sagte, dass weitere Verdachtsfälle geprüft werden. Bogner-Strauß betonte aber, dass im Umfeld der Frau bisher keine anderen Personen Symptome aufweisen.

Die Angehörigen wurden verständigt und aufgefordert vorerst zu Hause zu bleiben. Darüber hinausgehende Quarantänemaßnahmen, wie etwa Sperren, seien derzeit nicht notwendig, so die Experten auf Nachfrage. Landessanitätsdirektorin Ilse Groß erklärte, dass der Ablauf des ersten bestätigten Falls der Steiermark "optimal" gewesen sei: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Wie viele Personen sich möglicherweise bei der Steirerin infiziert haben, werde aus Datenschutzgründen nicht bekannt gegeben, ebenso wenig, woher die Frau genau stammt. Man wolle auch nicht das Spital nennen, in dem die Patientin behandelt wird.

"Man differenziert engen oder losen Kontakt"

Groß sagte weiter, dass im Umfeld der Frau bei den Kontaktpersonen genau unterschieden werde: "Man differenziert engen oder losen Kontakt." Entsprechend werden den Kontaktpersonen Informationen und gegebenenfalls Auflagen erteilt, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. "Alle Personen, die mit ihr Kontakt hatten, sind abgesondert", versicherte Groß.
 
Tscheliessnigg sagte auf Journalistenfrage, dass man derzeit mit genug Schutzanzügen und Ausrüstung ausgestattet sei, sollte allerdings eine Pandemie ausbrechen, würden diese wohl überall knapp werden. Über zu wenige steirische Intensivbetten für mögliche Coronavirus-Patienten müsse man sich derzeit keine Sorgen machen. Er verwies noch einmal auf Maßnahmen, die jeder selbst treffen kann: "Bei Husten und Niesen die Etikette der Hygiene einhalten, das Handgeben nicht mehr unbedingt zum täglichen Gebrauch machen. Händewaschen und desinfizieren mit Alkohol. Das sind alles Dinge, die notwendig und richtig sind." Dass man jetzt nicht unbedingt in Risikogebiete fahren und dort Massenveranstaltungen besuchen sollte, sage einem der Hausverstand.

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