Es gibt Kritik an mehrfacher Verschiebung des Fertigstellungstermins.
Stmk. Der Rechnungshof hat eine der längsten Baustellen des Landes unter die Lupe genommen: Die Prüfer haben das "Projekt Koralmbahn" im Wesentlichen zwischen den Jahren 2012 und 2023 kontrolliert und dabei vereinzelte Mängel festgestellt. Die Kostensteigerung konnte indessen trotz der deutlich längeren Bauzeit relativ gering gehalten werden, hieß es in der Berichtszusammenfassung am Freitag.
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) prognostizierten die Gesamtkosten des Projekts mit 6,139 Milliarden Euro (Stand Ende 2023): "Die Kostensteigerung gegenüber 2012 hielt sie - unter Berücksichtigung der späteren Einbindung des Baus des Flughafenastes - mit fünf Prozent (282,4 Millionen Euro) gering."
Schwierigkeiten beim Vortrieb des Koralmtunnels führten dazu, dass die Kosten des vom Rechnungshof geprüften Rohbau-Bauloses Koralmtunnel KAT 2 stiegen und sich die Bauzeit um rund 31 Monate verlängerte. Geologische Bedingungen hatten zu zahlreichen Problemen geführt - etwa zu vermehrten Stillständen, einer verringerten Vortriebsgeschwindigkeit und einem erhöhten Maschinenverschleiß. Die Prüfung des Rechnungshofes zeigte, dass die ÖBB Stillstände beim Tunnelvortrieb abweichend vom Vertrag vergütete. Bei vertraglicher Abrechnung wären Einsparungen von 7,52 bis 9,23 Millionen Euro möglich gewesen.
Eigenes Know-how möglicherweise zu stärken
Kritik gab es seitens der Prüfer an der an Externe vergebene Bauaufsicht. Die ÖBB habe selbst "lediglich das übergeordnete Projektmanagement mit eigenem Personal" wahrgenommen. "Für wesentliche Leistungen der Projektabwicklung - Baumanagement, Örtliche Bauaufsicht - beauftragte sie externe Konsulenten. Das birgt jedoch das Risiko eines Know-how-Verlustes, insbesondere für die Abwicklung von großen Bauvorhaben und der Abhängigkeit von externer Expertise. Der Rechnungshof sieht in der häufigen Beauftragung externer Sachverständiger für die Beurteilung strittiger Themen einen Beleg für fehlendes internes Know-how", hieß es. Es sei zu prüfen, ob die ÖBB nicht ihr eigenes Know-how stärken müsse.
Fixiert ist mittlerweile, dass die Koralmbahn im Dezember 2025 ihren Betrieb aufnehmen wird. Die Prüfer erkannten aber noch im Jänner 2024 "erhebliche Risiken" am Halten des Termins: "Dazu zählten etwa Lieferengpässe, der ihrer Ansicht nach knappe Zeitrahmen für die Betriebsbewilligung 2025 sowie allfällige Auflagen aus dem Rechtsmittelverfahren zum angefochtenen Bescheid 'Betriebsaufnahme 2023' auf der 'Kärntner Seite'."