Syrien-Entführung: Österreicher in Wien

Wien

Syrien-Entführung: Österreicher in Wien

Zusammenarbeit zwischen Außenministerium und Verteidigungsministerium.

Der syrischstämmige Österreicher, der offenbar im November in Syrien entführt wurde und am Freitag freikam, ist am Sonntagvormittag am Flughafen Wien-Schwechat gelandet. Seine Rückkehr wurde in Zusammenarbeit der österreichischen Botschaft in Damaskus mit Vertretern des österreichischen Verteidigungsministeriums ermöglicht, hieß es in einer Aussendung des Außenamts vom Sonntag.

Anton S. ist laut Aussendung im August 2013 aus geschäftlichen Gründen in die von Regierungstruppen und Aufständischen umkämpfte syrische Stadt Homs gereist. S. habe sich in dem von bewaffneten Oppositionsgruppen gehaltenen Stadtteil Al-Waar aufgehalten, als dieser von Truppen des syrischen Regimes von Präsident Bashar al-Assad eingekesselt worden sei.

Seinen eigenen Angaben zufolge war S. von einer bewaffneten Gruppe gefangen genommen worden, heißt es in der Aussendung. Daraufhin habe seine Familie mit der österreichischen Botschaft in Damaskus, die großteils von Beirut aus tätig ist, Kontakt aufgenommen und diese um Hilfe ersucht.

Wie die APA aus informierten syrischen Kreisen in Österreich erfuhr, gebe es "seit Monaten eigentlich kein reinkommen" in den durch den Fluss Orontes vom Rest der Stadt abgeschieden gelegenen Bezirk von Homs, wo sich S. aufhielt. Al-Waar sei seit mindestens acht Monaten von Truppen des syrischen Regimes umzingelt. Wolle man hinein, müsse man einen Checkpoint passieren.

Im "Normalfall" würde man nicht in den Bezirk hineingelassen, außer man habe außerordentlich gute Kontakte geknüpft, heißt es aus den Kreisen. Spätestens bei Verlassen des Bezirks werde man entweder von den syrischen Truppen verhaftet, an Ort und Stelle erschossen - oder wenn man Glück habe, könne man sich "irgendwie rausschmuggeln".

Von aus Homs stammenden Syrern habe man gehört, dass in Al-Waar "nur noch Rebellen und Gauner" und "keine Zivilisten" mehr wohnten. Der Fall von Anton S. klinge "sehr seltsam" und ließe vermuten, dass es sich hierbei "um keine Entführung" handle, hieß es weiter.

Medien zitieren Außenamts-Sprecher Martin Weiss, wonach S. zwischen die Fronten geraten sei. Schließlich hätten ihn aber Regierungstruppen aus der Kampfzone geholt und nach Damaskus gebracht. Dort gab der Österreicher, der Ehefrau und vier Kinder hat, "sofort" eine Pressekonferenz. "Ich hörte Menschen schreien, während sie gefoltert wurden", erklärte er gegenüber den syrischen Medien. Er habe Todesangst gehabt", sagte er demnach bei dieser Gelegenheit. Laut Medienberichten zeigte S. im syrischen Staatsfernsehen Verletzungen, die ihm die Geiselnehmer, die nach früheren Angaben von S. Lösegeld forderten, zufügten.
 

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