Ein Jahr nach Amputation: 1. Ski-Ausflug

Tapferer kleiner Jan (10)

Ein Jahr nach Amputation: 1. Ski-Ausflug

Jan traute sich wieder auf die Piste: Mit Prothese ist Ski fahren schwer.

Am Montag köpfte Familie Schütz eine Flasche Kindersekt: Ein Jahr ist es her, dass Jan Schütz (10) einen schrecklichen Unfall auf der Piste überlebt hat. „Wir wollten nicht trauern, sondern feierten seinen 2. Geburtstag“, so Mutter Sabine Schütz. Am Hochficht (OÖ) war Jan bei einem Sturz der rechte Unterschenkel abgetrennt worden, die Ärzte konnten das Bein nicht retten.

Seitdem hat sich der Schüler aus OÖ ins Leben zurückgekämpft. 4,5 Monate Spital und Reha – der Bursch holte nicht nur alles für die Schule nach, sondern lernte mit seiner Prothese umgehen. Radfahren, Treppen steigen – das alles meistert Jan mit seiner mechanischen Prothese. Am vorletzten Tag der Weihnachtsferien traute er sich sogar zum ersten Mal wieder auf Ski. In Hinterstoder wagte er sich in den Funpark: Erst wollte er hinwerfen, bei einem zweiten Versuch fand er dann eine eigene Technik. „Ich bin so stolz auf ihn“, so Mama Sabine.

Derweil soll es bei dem einen Ski-Ausflug bleiben. Mit einem sog. Genium, einer computergesteuerten Prothese, würde es besser gehen. Eine solche beantragt die Familie jetzt bei der Krankenkasse. Vielleicht kann Jan dann im nächsten Winter endlich wieder über die Piste heizen.

Mutter: "Bin so stolz auf ihn"

ÖSTERREICH: Wie hat Jan den Unfall und die Amputation verkraftet?
S. Schütz: Zum Glück ganz gut. Er muss zwar noch in Therapie, aber er hat keine Schmerzen. Psychisch hat er es verkraftet, er hat keine Albträume mehr. Natürlich war es Thema am Montag, dem Jahrestag des Unfalls. Aber wir haben mit den Großeltern eine Flasche Kindersekt geköpft und angestoßen. Ich bin so stolz auf ihn.

ÖSTERREICH: Könnte es Jan noch besser gehen?
S. Schütz: Wir beantragen ein Genium. Die Hightech-Prothese kostet 70.000 €.

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