Freizeitwohnsitze

Kitzbühel: Weniger Immoblienkäufe vom Geldadel

Um 7,9 Prozent weniger Verkäufe laut Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Tirol: Unsicherheiten bei Freizeitwohnsitzen als vermutete Ursache. 

Tirol. Kitzbühel hat laut aktuellem Immobilienpreisspiegel der Tiroler Wirtschaftskammer für das Jahr 2025 einen klaren Rückgang bei den Immobilienkäufen verzeichnet. Im vergangenen Jahr seien in der Gamsstadt um 7,9 Prozent weniger Immobilien verkauft worden, hieß es am Dienstag in einer Pressekonferenz in Innsbruck. "Grund dafür sind vor allem Unsicherheiten bei den Freizeitwohnsitzen", sagte Arno Wimmer, Bundesberufsgruppensprecher der Immobilienmakler.

Was das traditionsgemäß teure Pflaster Kitzbühel betrifft, finde eine regelrechte "Vernaderung von Freizeitwohnsitzlern" statt, meinte Wimmer. Dadurch entstehe bei den deutschen Nachbarn, die vor Ort ein wichtiges Käufersegment darstellten, der Eindruck, "dass uns Tirol nicht mehr haben will", erklärte der als Immobilienmakler tätige Kämmerer. Das Thema Freizeitwohnsitze war jedenfalls immer wieder Zankapfel in Tirol gewesen. Zuletzt war die Regelung beispielsweise beim Anwaltstag der österreichischen Rechtsanwälte in Innsbruck kontrovers diskutiert worden. Die Kontrolle der Freizeitwohnsitz-Inhaber wurde dort etwa als "überschießend" kritisiert. Auch die Kitzbüheler Stadtführung sowie Tourismusverbände bemängelten die derzeitigen Handhabe des Landes.

Innsbruck als weiterer "Ausreißer" am Markt

Ein weiterer "Ausreißer" auf dem Tiroler Immobilienmarkt, der sonst "von einer moderaten Erholung bei steigender Nachfrage nach Wohnimmobilien" gekennzeichnet sei, stellte zudem die Landeshauptstadt Innsbruck dar. "Hier ist der Mietmarkt außerordentlich belastet", skizzierte Wimmer die Situation in der Stadt, die vor allem durch den studentischen Anteil bedingt sei. Man liege bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 15,62 Euro, während dieser im Tirol-Schnitt lediglich bei 11,39 Euro läge.

Es gelte deshalb rasch Abhilfe mit Projekten mit studentischem Wohnen zu schaffen, appellierte Wimmer an die Politik auf Stadt- und Landesebene. Auch sei es vonnöten, die Wohnbauförderung anzupassen, damit "der Mittelstand in der Stadt zu leistbarem Eigentum kommt", sagte Wimmer. Dieser würde sonst auf den Mietmarkt ausweichen und die Problematik dort noch weiter anheizen.

Im Kern habe man es aber mit einer "stabilen Preisentwicklung" zu tun, sowohl auf dem Miet- als auch auf dem Kaufmarkt, berichtete der Bundesberufsgruppensprecher. So habe es jeweils nur leichte Anstiege beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis gegeben: Bei Eigentumswohnungen im Erstbezug einen solchen von 1,46 Prozent auf 4.256 Euro pro Quadratmeter, bei Mietwohnungen von 2,24 Prozent. Damit liege man jeweils "deutlich unter dem Inflationswert von 3,6 Prozent", gab sich Wimmer zufrieden.

Tirol bei Immobilientransaktionen im Bundestrend

Dieser positiven Bilanz schloss sich auch Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe Immobilien und Vermögenstreuhänder in der Tiroler Wirtschaftskammer, an. In Tirol gebe es "eine schrittweise Erholung des Marktes nach herausfordernden Jahren", sagte sie. Das zeigten vor allem die österreichweiten Immobilientransaktionszahlen, die um knapp 9 Prozent auf rund 91.000 gestiegen seien. Besonders stark habe sich dabei das Wohnsegment entwickelt, bei dem bundesweit ein Zuwachs um 21 Prozent verzeichnet wurde. "Diese Entwicklung ist auch in Tirol ganz eindeutig erkennbar," strich die Fachgruppenobfrau heraus.

Sorgenkind bliebe hingegen das Bauland in Tirol, hieß es von Moll und Wimmer unisono. Die Zahl der Transaktionen bei Baugrundstücken sei "österreichweit um etwa 3,66 Prozent zurückgegangen", in Tirol komme mit hinzu, dass "Bauland im Bundesland aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit besonders knapp und entsprechend kostspielig ist", erklärte Wimmer. Das wirke sich weiterhin "dämpfend in diesem Segment" aus.

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