Skandal um rassistische Lern-Unterlagen in Tirol

Kritik an Tiroler Bildungsservice

Skandal um rassistische Lern-Unterlagen in Tirol

Auf der Website des ''Tiroler Bildungsservice'' gab es eine Lernunterlage mit eindeutig rassistischem Inhalt zum Download.

Tirol. Das Dokument war bis Montagnachmittag verfügbar. Angeblich lieferte ein ehemaliger Schuldirektor das Material dafür. Mit der Betitelung “Schwungübungen“ waren die Dokumente gekennzeichnet. Das Cover war ein gezeichneter brauner Lockenkopf. Als Titel des Bildes steht unmissverständlich rassistisch das “N-Wort“.

Rassistische Schreibschriftübung 

Die Schüler sollen anhand der Vorlage lernen, die Buchstaben "E", "e", "B" und "K" sowie die Ziffer "3" in Schreibschrift zu schreiben. Dafür sollen verschiedene Bewegungselemente der oben genannten Buchstaben geübt werden. Zu guter Letzt, soll laut Anleitung Augen und Mund eingezeichnet werden, um auch eine kreatives Erlebnis zu haben.

Die Bildungsdirektion sowie der verantwortliche Redakteur distanzierten sich „ganz deutlich von jeder Form von Rassismus in irgendwelchen Lernunterlagen“, hieß es von Seiten des Bildungsdirektor Paul Gappmair laut ORF.

Kein Einzelfall

Laut der  ARA-Tirol handelt  es sich bei dem Vorfall um keinen Einzelfall, erklärte Leiterin Mirjana Stojaković.  – ganz im Gegenteil: „Letzte Woche erhielten wir einen Bericht einer Mutter, dass in der Innsbrucker Schule des Kindes das N-Wort als richtige Bezeichnung für Menschen aus Afrika dargestellt wurde – und dann passiert der nächste Fall“, schilderte Stojaković. So etwas müsse auf das Schärfste verurteilt werden. Weiter begrüßte die ARA die schnelle Reaktion der Bildungsdirektion, forderte aber Fortbildungsmaßnahmen und Sensibilisierungsarbeit im Schulbereich.

Redakteur entschuldigt sich

„In der Qualitätskontrolle wurde dieser rassistische Begriff bedauerlicherweise von mir übersehen. Es gab im Vorhinein Probleme mit den Schriftarten, die das Dokument unlesbar machten, sodass nur die Bilder von mir kontrolliert wurden, doch das soll keine Ausrede sein“, sagte der Redakteur der selbst als Lehrer tätig ist.

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