Vater rast in eigene Familie

Wieder Amokfahrt in Graz

Vater rast in eigene Familie

Es gab keine Bremsspuren: Der Rumäne wollte seine eigene ­Familie auslöschen.

Bereits mehrmals soll der 29-Jährige seine Frau (31) bedroht und geschlagen haben. Am Sonntag reichte es der Frau, sie ging zur Polizei am Hauptbahnhof und erstattete Anzeige. Ihre Kinder (ein und zwei Jahre) hatte sie mit dabei. Das Kleinere schob sie im Kinderwagen. Nach der Anzeige machte sie sich wieder auf den Weg nach Hause.

Ehemann sah die Polizei, drehte daraufhin durch
Dann, gegen 14 Uhr, überschlugen sich die Ereignisse: Ihr Mann war in der Nähe mit seinem VW Touran unterwegs und sah zwei Polizeistreifen vorbeifahren. Sie waren bereits auf dem Weg zu ihm, wollten ihn zur Einvernahme abholen. Der Rumäne erkannte das, machte sich seinerseits auf die Suche nach seiner Frau. Er entdeckte sie in der Mariengasse.

Losgerast
Augenzeugen berichten: „Er fuhr erst langsam, gab dann Gas, raste über die Gegenfahrbahn.“ Zeuge Albert N. sah es: „Ich hab sofort an die Amokfahrt von Alen R. denken müssen.“ Die Frau suchte noch Schutz in einer Nische beim dortigen Marianum der Caritas, doch der VW Touran erfasste alle drei. Das Spital: „Die Verletzungen sind zum Glück nicht lebensgefährlich.“ Der Rumäne flüchtete zu Fuß, wurde aber ausgeforscht und kam in U-Haft. Jetzt wird ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Schwester Elisabeth vom Marianum: „Einer unserer Mitarbeiter konnte sich gerade noch retten. Eine erschütternde Tat, aber Gott hat Leben erhalten.“

Zeugin: ›Die Kinder haben ununterbrochen geschrien‹

ÖSTERREICH: Sie haben den Unfall gesehen …

Erna Supperl: Ich war daheim (im Pflegeheim gegenüber dem Tatort, Anm.). Auf einmal hat es laut gequietscht. Dann gab es einen Lärm. Das Auto ist bei der Tür reingekracht.

ÖSTERREICH: Am Tatort, was ist da noch geschehen?

Supperl: Die Kinder haben ununterbrochen geschrien – das belastet mich bis jetzt. Sofort sind Pfleger aus dem Heim rüber gelaufen und haben geholfen. Dann kamen Polizei und Rettung. Ich habe gesehen, wie sie ein Kind wegtragen. Erst am Abend haben sie das Auto abgeschleppt. Da habe ich erst gemerkt, wie eingedrückt es ist. Gott sei Dank gab es keine Toten.(pom)



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