Verkehr: Härtere Strafen bei Kindergefährdung gefordert

Verkehrsunfälle mit Kindern

Verkehr: Härtere Strafen bei Kindergefährdung gefordert

KFV-Direktor Thann: Keine essenzielle Reduktion der Kinderunfälle im Straßenverkehr in den vergangenen fünf Jahren.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fordert härtere Strafen bei Delikten im Straßenverkehr, die Kinder gefährden. Das solle Verkehrsteilnehmer dazu bringen, auf Kinder mehr aufzupassen, erklärte die Organisation am Mittwoch in einer Aussendung.

Laut KFV verunglückt alle drei Stunden ein Kind auf Österreichs Straßen, alle zwei Tage stirbt dabei eines oder wird schwerst verletzt. "Verstöße gegen Straßenverkehrs- und Kraftfahrvorschriften sind per se gefährlich. Sind davon aber, in welcher Art und Weise auch immer, Kinder betroffen, so wird dieses Verhalten umso gefährlicher. Kinder sind aufgrund ihrer motorischen und kognitiven Entwicklung besonders schutzbedürftige und stark gefährdete Verkehrsteilnehmer", sagte Othmar Thann, Direktor des KFV.

 

Verdoppelung des Strafausmaßes gefordert

Das Kuratorium forderte eine Verdoppelung des Strafausmaßes bei Delikten im Straßenverkehr, bei denen Kinder als Mitfahrer im Kfz betroffen sind bzw. sich im unmittelbaren Gefahrenbereich befinden und dadurch potenziell gefährdet sind. "Wenn es um das Leben von Kindern geht, gibt es keine Kompromisse - in den letzten fünf Jahren konnte keine essenzielle Reduktion der Kinderunfälle im Straßenverkehr erreicht werden", betonte Thann.
 
Im Jahr 2017 verunglückten 2.788 Kinder auf Österreichs Straßen. Dabei wurden acht getötet, 289 schwer und 2.491 erheblich verletzt. Im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 verunglückten 42 Prozent der Kinder als Mitfahrer im Pkw, jedes vierte Kind als Fußgänger (27 Prozent) und 19 Prozent als Radfahrer. Kinder sind laut KFV bei vielen Unfällen schuldlos beteiligt: In drei von vier Unglücken sind sie nicht die Hauptverursacher.
 
Wie wichtig Rücksichtnahme und der Fokus auf besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer ist, zeigt laut KFV das Beispiel Tempo 30: Bereits bei einem Aufprall mit 30 km/h stirbt demnach einer von zehn Fußgängern. Ein Unfall bei 60 km/h endet so gut wie immer tödlich. "Die Einhaltung von Tempo-30-Beschränkungen ist im wahrsten Sinne des Wortes für Kinder lebensrettend. Je geringer die Geschwindigkeit, desto höher ist die Chance, dass das Kind bei einem Unfall 'nur' verletzt wird und nicht sofort an den Folgen des Aufpralles stirbt", erläuterte Thann.
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