Die Mieten in Wien ziehen weiter an, vor allem in gefragten Bezirken. Gleichzeitig wurden 2025 so wenige neue Wohnungen gebaut wie seit Jahren nicht mehr. Laut EHL droht dem Markt 2026 eine neue Belastungswelle.
Der Wiener Wohnungsmarkt ist von einer eklatanten Angebotsschwäche geprägt. Zu diesem Schluss kommt die Immobilienberatung EHL in einer Aussendung am Dienstag. Demnach sei die Zahl der neu errichteten Wohnungen 2025 erstmals seit knapp zehn Jahren auf unter 10.000 gesunken. Besonders auffällig sei die Lücke im Mietsegment, wo die Preise im Durchschnitt um bis zu acht Prozent gestiegen seien. Auch heuer dürften die Mieten deutlich stärker zulegen als die allgemeine Teuerung.
Die Zahl der neu errichteten freifinanzierten Mietwohnungen habe sich 2025 auf 2.087 Einheiten nahezu halbiert, bei geförderten Mietwohnungen gab es einen Rückgang um 20 Prozent auf 2.894 Einheiten. Gleichzeitig sei die Nachfrage hoch. Je nach Standort seien die Mieten in den Bezirken nördlich der Donau sowie in Favoriten und Simmering daher um 6,7 Prozent gestiegen, in zentralen und sehr guten Wohnlagen um bis zu 9,4 Prozent. Für 2026 rechnet die Immo-Beratung mit einer weiteren Verknappung und einem Anstieg der Mieten um rund 7,0 bis 8,5 Prozent, also deutlich über der erwarteten Inflationsrate.
Eigentum als Ausweichlösung
Die Zahl der Fertigstellungen im Eigentum sei 2025 unterdessen kurzfristig um nahezu 30 Prozent gestiegen, weil Immobilienentwickler Projekte, die ursprünglich für die Vermietung vorgesehen waren, am Ende doch im Einzelverkauf angeboten hätten. Für 2026 rechnet EHL allerdings wieder mit deutlich weniger Fertigstellungen im Eigentum. Aufgrund der stark gestiegenen Mietpreise, niedriger Zinsen und verbesserter Finanzierungskonditionen gebe es insgesamt eine Verschiebung in Richtung Eigentum. Der Immo-Consulter rechnet hier für 2026 mit einem Preisanstieg um 3,0 Prozent.