Erstes Urteil rechtskräftig

Bahnunfall in Lochau

Erstes Urteil rechtskräftig

Der 45-jährige Disponent zog seine Berufung zurück. Die ÖBB haben dem Anwalt der Hinterbliebenen ein Angebot unterbreitet.

Im Gerichtsverfahren rund um das Bahnunglück zwischen Lochau und Bregenz vom Dezember 2006 hat der Schuldspruch gegen einen 45-jährigen Disponenten Rechtskräftigkeit erlangt. Der im September zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilte Mann zog seine zunächst angemeldete Berufung zurück, berichteten am Donnerstag "Vorarlberger Nachrichten" und ORF Radio Vorarlberg. Der Prozess gegen den mitangeklagten Lokführer geht hingegen in die nächste Instanz.

Das Bezirksgericht Bregenz hat gegen den 46-jährigen Lokführer im September eine dreimonatige bedingte Haftstrafe ausgesprochen. Ein Termin für eine neuerliche Verhandlung steht laut Rundfunk noch nicht fest. Die Gewerkschaft vida wolle neue Erkenntnisse in das Verfahren einbringen. Unterdessen sei die Staatsanwaltschaft noch mit der Prüfung beschäftigt, ob weitere ÖBB-Mitarbeiter strafgerichtlich zur Verantwortung gezogen werden müssen.

ÖBB bietet Hinterbliebenen Geld
Am 29. Dezember 2006 kamen bei dem Zugunglück auf der Bahnstrecke zwischen Lochau und Bregenz drei Menschen ums Leben. Eine 32-jährige Polizistin, ein 63-jähriger Kriminalbeamter und ein 47-jähriger Leichenbestatter starben auf den Gleisen, als sie einen Unfall vom Vortag zu untersuchen hatten. Die drei waren von einem Eurocity-Zug mit vollem Tempo erfasst worden. Der Lokführer war nicht informiert, dass sich Personen auf den Gleisen befinden. Zwei ÖBB-Mitarbeiter (45 und 46 Jahre alt) wurden im September in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu bedingten Freiheitsstrafen von sechs und drei Monaten verurteilt. Die beiden Männer haben Berufung gegen das Urteil eingelegt.

ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel teilte gestern mit, dass dem Anwalt der Hinterbliebenen, Paul ­Sutterlüty, ein Angebot unterbreitet wurde, um unabhängig vom laufenden Gerichtsverfahren, eine rasche Einigung zu erzielen. Details zu dem Offert wollte keine der Parteien bekannt geben. Sutterlüty zeigte sich aber zuversichtlich, dass es nach Ergänzung einiger Details bis Ende November eine rasche Entscheidung geben könnte.

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