Carl LAMPERT

vorarlberg

Nazi-Opfer Carl Lampert seliggesprochen

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Bischof Scheuer: Seligpreisung "gegen Resignation und Hoffnungslosigkeit".

Mit einer feierlichen Zeremonie hat die Römisch-katholische Kirche Sonntagnachmittag in der Stadtpfarrkirche Dornbirn St. Martin Provikar Carl Lampert in den Stand der Seligen erhoben. Damit kann der 1944 von den Nazis ermordete Priester offiziell verehrt werden. Papst Benedikt XVI. würdigte bereits bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom den neuen Seligen aus Österreich als "Vorbild für die Gläubigen und die Kirche".

Lampert, 1894 in Göfis bei Feldkirch geboren, hatte sich als Bischofstellvertreter von Innsbruck gegen die Repressalien durch die Nationalsozialisten gewehrt, wurde in das damalige Pommern verbannt, dort bespitzelt und unter vorgeblichen Anschuldigungen schließlich zum Tod verurteilt. Am 13. November 1944, vor genau 67 Jahren, wurde er in Halle an der Saale enthauptet. Als Provikar war Carl Lampert das ranghöchste Nazi-Opfer des österreichischen KIerus. Er hatte in seiner Haft auch mehrfach Folter erlitten.

"Das Martyrium ist der größte Akt der Gottesliebe", erklärte Angelo Kardinal Amato, der mit der Verlesung des päpstlichen Dekrets die Erhebung Lamperts "zur Ehre der Ältäre" offiziell machte. Der Innsbrucker Oberhirte Manfred Scheuer würdigte in seiner Predigt nicht nur das Handeln des Priesters, sondern bezeichnete die Seligsprechung an sich als "Sieg über Resignation und Hoffnungslosigkeit". Lamperts Beispiel zeige, dass mit dem gewaltsamen Tod eines Menschen nicht das letzte Wort gesprochen ist. Als weltlicher Vertreter der Feierlichkeiten wies Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) auf die Courage des Priesters hin: "Vielleicht darf man in solchen Stunde auch daran erinnern, was Rechtstaat bedeutet und was ist, wenn er fehlt."

An der eindrucksvollen Seligsprechung in der Dornbirner Stadtpfarrkirche und in einem transparenten Zelt davor auf dem Marktplatz nahmen rund 1.700 Gläubige und Gäste teil, neben 27 Großnichten und Großneffen des Seligen rund 30 Bischöfe, Pilger aus Halle in Deutschland und Polen. In Stettin war Lampert 1943 zum wiederholten Male von den Nazis verhaftet worden.

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