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Steigende Tendenz

Integrationsbericht enthüllt: Zu viele Asylwerber in Mindestsicherung

Wien. Die Netto-Zuwanderung nach Österreich ist im Vorjahr gesunken, Flüchtlinge fassen am Arbeitsmarkt langsam Fuß und Zuwanderinnen beginnen sich allmählich in den Regelstrukturen zu integrieren. Trotz dieses tendenziell positiven Befunds im am Mittwoch präsentierten Integrationsbericht wird festgehalten, dass noch immer genug zu tun ist.

Die Herausforderungen blieben enorm, meinte Integrationsminister Alexander Schallenberg. Vielen Flüchtlingen stehe noch ein harter langer Integrationsweg bevor.
 
Um diesen bewältigen zu können, werde es stärkere Investitionen in Sachen Spracherwerb brauchen, mahnte Wirtschaftsforscherin Gudrun Biffl, eine der Autorinnen des Berichts. Die Leiterin des Expertenrats für Integration Katharina Pabel kalmierte freilich, dass jeder, der Bedarf an einem Deutschkurs habe, diesen auch bekomme.
 

Zuwanderer haben Aufholbedarf am Arbeitsmarkt

Aufholbedarf haben Zuwanderer, speziell Flüchtlinge jedenfalls noch am Arbeitsmarkt. So lag die Erwerbsbeteiligung von Personen ohne Migrationshintergrund 2018 bei 75,3 Prozent, jene von Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak hingegen bloß bei 35,7 Prozent. Immerhin: Innerhalb von einem Jahr ist letzterer Prozentsatz von 27,1 Prozent ordentlich angestiegen. Dass mittlerweile 53 Prozent der seit 2011 nach Österreich gekommenen Asylwerber einer Tätigkeit nachgingen, müsse Österreich in Europa einmal jemand nachmachen, meinte Biffl.
 
Was die Mindestsicherung angeht, sind Asylwerber überproportional vertreten, nämlich mit rund einem Drittel der Bezieher. Für Pabel ist die steigende Tendenz eigentlich nur logisch, seien doch jetzt auch viel mehr Asylverfahren abgeschlossen, womit beschäftigungslose Flüchtlinge ins Regime der Mindestsicherung fallen.
 

Netto-Zuwanderung gesunken 

Die große Bewegung Richtung Österreich scheint indes vorbei. Lag die Netto-Zuwanderung laut Biffl 2015 noch bei 113.000 Personen, ist sie im vergangenen Jahr auf etwa 35.000 gesunken, eine Zahl, wie man sie aus der Vergangenheit kenne. Gleiches gelte für die Asylanträge, die am Niveau beispielsweise von 2006 oder 2011 lägen: "Wir haben ein Niveau erreicht, das wir gewohnt waren."
 
Insgesamt ist der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren hingegen schon beträchtlich gestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2018 lebten laut Statistik Austria rund 2,02 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln in Österreich. Das sind um 400.000 bzw. 25 Prozent mehr als fünf Jahre davor. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund stieg in dieser Periode von 19,4 Prozent auf 23,3 Prozent.
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