Praterstern

Suchtexperte: Verbot sinnvoll

Ab Freitag Alko-Verbot am Praterstern

Punkt sei erreicht, wo 'es zusätzliche Maßnahmen braucht', so Stadträtin Sima (SPÖ). 

Um die Lage am Praterstern zu entschärfen, verordnete wie berichtet der designierte Bürgermeister Michael Ludwig ein Alkoholverbot – am Freitag tritt dieses in Kraft, kündigte Umwelt- und Öffistadträtin Ulli Sima am Montag an.

Zonen für Alko-Verbot wurden nun festgelegt

Auf den direkt an den Bahnhof angrenzenden Flächen ist Alkohol dann nicht mehr erlaubt. Gastronomie und Imbissstände sind ausgenommen. Nach einem Jahr wird evaluiert. Betroffen sind auch die Venediger Au und ein Teil der Lassallestraße sowie Bereiche, wo der Platz in die Nordbahnstraße, Heinestraße oder Praterstraße übergeht. Der Praterstern werde täglich von 150.000 Menschen frequentiert. Um das Sicherheitsgefühl wieder zu erhöhen, habe man mit Polizei, ÖBB und Wiener Linien eine Allianz geschmiedet. Polizeipräsident Gerhard Pürstl, verhehlte nicht, dass das Verbot die Polizei herausfordern werde. Aber: Es gebe einen Zusammenhang von Alkoholismus und Kriminalität – zuletzt wurden 50 Alkoholisierte nach Delikten festgenommen.

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Alkoholverbot am Praterstern
× Alkoholverbot am Praterstern

Strafen bis 700 €

Das Verbot soll „sensibel“ umgesetzt werden. Es sei auch möglich zu ermahnen. Die Geldstrafen reichen von 70 bis 700 €.

Suchtexperte sieht Verbot als "durchaus sinnvoll"

Michael Musalek, ärztlicher Leiter am Anton-Proksch-Institut, sieht das Verbot als „durchaus sinnvoll“, da es einen „direkten Zusammenhang zwischen Verfügbarkeit des Alkohols und dem Konsum“ gebe, so der Experte im Ö1-Mittagsjournal. Mit einem Verschieben des Problems rechnet Musalek nicht. ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo verwies auf Trinkverbote in Dornbirn, Innsbruck oder Salzburg, wo es auch kein Ausweich-Szenario gegeben habe.

Dass der grüne Koalitionspartner die Verordnung kritisiert habe, ist für Sima kein Anlass umzudenken. „Ich glaube, dass wir uns mit den Grünen über die Ziele einig sind“, ist Sima überzeugt.



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