Bezirk Neunkirchen

Bauprojekt der Superlative: Wiens Mega-Wasserspeicher nimmt Form an

Die erste Kammer steht, die Säulen ragen bereits in den Himmel. In St. Egyden wird derzeit ein monumentales Infrastrukturprojekt realisiert. Der größten geschlossenen Trinkwasserspeichers der Welt soll Wien langfristig mit frischem Quellwasser versorgen. 

Vor einem Jahr startete in Neusiedl am Steinfeld (Gemeinde St. Egyden) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich der Bau eines ganz besonderen Indoor-Pools: des weltweit größten geschlossenen Trinkwasserspeichers. Die Stadt Wien erweitert dort eine bestehende Anlage. Nach seiner Fertigstellung soll der riesige Behälter rund eine Milliarde Liter fassen können. Der Rohbau des Speichers ist inzwischen schon deutlich fortgeschritten.

Bauprojekt der Superlative: Wiens Mega-Wasserspeicher nimmt Form an
© APA/HELMUT FOHRINGER

Der Behälter wird insgesamt um vier Wasserkammern ausgebaut. Die erste nimmt bereits Gestalt an. Nach Aushubarbeiten bis zu acht Metern Tiefe und der Errichtung der Bodenplatten wurde bereits ein Großteil der elf Meter hohen Wände und Säulen betoniert, wie am Donnerstag anlässlich eines Besuchs von Bau-Stadträtin Kathrin Gaal und Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) erläutert wurde.

Eisige Temperaturen als Herausforderung

Von 67 Wänden stehen bereits 50. Auch ragen schon 120 von insgesamt zu errichtenden 169 Säulen in die Höhe. Trotz eisiger Temperaturen wird demnächst damit begonnen, die Kammerdecke zu betonieren. Sie wird durch die Säulen getragen. Der Kostenrahmen für die erste Etappe beträgt rund 98 Millionen Euro.

Bauprojekt der Superlative: Wiens Mega-Wasserspeicher nimmt Form an
© APA/HELMUT FOHRINGER

Die winterlichen Verhältnisse stellen aktuell eine besondere Herausforderung dar, hieß es. Nötig ist eine permanente Prüfung der Konstruktion. Damit daraus wasserundurchlässige und langlebige Kammern entstehen, wird der Beton wöchentlich kontrolliert. Insgesamt werden rund 35.000 Kubikmeter Beton verbaut.

Der Behälter in Neusiedl am Steinfeld wurde in das Gefälle der ersten Wiener Hochquellenleitung eingebunden. Er besteht aktuell aus vier Wasserkammern, die derzeit rund 600 Millionen Liter Wasser fassen. Das Hochquellwasser fließt ohne Einsatz von Pumpen durch den Behälter und weiter bis nach Wien.

Erweiterung in zwei Etappen

Die Erweiterung des Speichervolumens erfolgt laut Rathaus-Angaben in zwei Etappen. Bis Ende 2028 wird der Behälter um zwei Kammern ausgebaut. Diese können insgesamt 200 Millionen Liter Wasser speichern. Damit erhöht sich das Speichervolumen nach vier Jahren Bauzeit auf insgesamt 800 Millionen Liter Wasser. Danach ist ein Ausbau um weitere zwei Kammern sowie die Sanierung der aktuell bestehenden Kammern geplant.

Wiener Wasser-Chef Paul Hellmeier, Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky, Bau-Stadträtin Kathrin Gaal und Dieter Werner (Leiter für die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien).


Wiener Wasser-Chef Paul Hellmeier, Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky, Bau-Stadträtin Kathrin Gaal und Dieter Werner (Leiter für die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien).

© APA/HELMUT FOHRINGER

Nach der Fertigstellung beträgt das Volumen rund eine Milliarde Liter Wasser bzw. eine Million Kubikmeter. Die Kapazität wird somit um rund 70 Prozent gesteigert. Würde man die Füllmenge in ein Becken im Ausmaß eines Fußballfeldes gießen, wäre das Bassin 140 Meter hoch, wurde vorgerechnet. Die Anlage soll die Verfügbarkeit von Quellwasser sicherstellen, ihr Ausbau ist Teil der Strategie "Wiener Wasser 2050".

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