Mario Z. Mord Gemeindebau

Gemeindebau-Killer

DJ tötete Freundin mit Hammer: Wer war das Opfer?

Ein DJ, Pokerspieler, Sex-Täter, Ex-Knacki und Dealer tötete eine 30-Jährige. Und danach sich selbst.

Wien. Die brutale Tat am Wochenende in einer Wohnung in der Per-Albin-Hansson-Siedlung ist mittlerweile ziemlich klar. Gemeindemieter Mario Z. erschlug mit einem Hammer sein Opfer und ließ die Musik, die er aufgelegt hatte, laut weiterlaufen.

Irgendwann danach – zwischen Sonntag- und Montagabend – richtete sich der 33-Jährige selbst, gemunkelt wird, mit einem Messer. Allerdings soll er auch andere Waffen zu Hause gehabt haben – und Drogen, die er auch vercheckt haben soll.

Spur in Rotlicht- oder
 in die Drogen-Szene?

Die genaue Beziehung zwischen dem Opfer und dem verurteilten Sex-Täter, der 2015 eine Pensionistin vergewaltigen wollte, dafür in Haft kam und dem zig Frauen im Internet keine Träne nachweinen, weil er sie gewalttätig und psychopathisch behandelt hat, ist höchst unklar. Eine fixe Partnerin, mit der er zusammenlebte, hatte Mario Z. nämlich nicht. War es wieder eine Online-Bekanntschaft, die er charmant um den Finger gewickelt hatte und erst später sein zweites, brutales Gesicht kennenlernte? War es eine Frau aus dem Rotlicht (der DJ soll oft im Puff gewesen sein) oder eine Drogen-Kundin, von der er statt Bezahlung Sex wollte, sie im Gegenzug aber nicht? Oder warum eskalierte die Situation derart?

Suche nach drittem 
Beteiligten in Sackgasse

Dass ein dritter, noch unbekannter Beteiligter in der Erdgeschosswohnung auf Stiege 134 war und die Frau sowie Mario Z. tötete, kann laut Polizei nicht ganz ausgeschlossen werden. Das gilt aber – auch was die Auffindesituation der Leichen angeht – als höchst unwahrscheinlich.

Rätselhaft ist nur, warum die Wohnungstür schon länger offen stand, aber niemand nachschaute, was mit dem Mieter – mit dem doch einige im Haus Kontakt pflegten – los ist. Zumal er die Musik nicht und nicht leiser drehen wollte. Und sie lief weiter, bis Montagabend nach einer Anzeige wegen Lärmerregung endlich die Polizei nachschauen kam und auf das Verbrechen stieß. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Seniorenheim-Sextäter war im Gefängnis

Der mutmaßliche Frauenmörder (33) war, wie es gemeinhin heißt, amtsbekannt.

Als 29-Jähriger drang der wegen Suchtgiftdelikten vorbestrafte Wiener in Favoriten im Vollrausch in ein Pensionistenheim ein und wollte eine 86-Jährige vergewaltigen. Nur weil sie ihm 80 Euro anbot, wenn er sie ihn Ruhe ließ, beendete er die brutale Sex-Attacke. Weil er bei der Flucht seine Baseballmütze (mit DNA) verlor, wurde er ausgeforscht. Urteil: 32 Monate Haft, die er auch absaß. Auch danach kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, zuletzt, weil er auf Facebook zwei Polizisten als „elendige Kreaturen“ beleidigte.

Erzürnt, dass er deswegen in Leoben vor Landesgericht musste, schrieb er im Mai ein Mail an ÖSTERREICH – wir unterstützten seine Empörung natürlich nicht. Und im Februar soll er laut mehreren Zeugen schon einmal eine Frau mit dem Messer durch den Gemeindebau gejagt haben.

Schock für Kurzzeit-Affäre – der Talk:

"Er verfolgte mich und schoss auf mein Handy"

Nur wenige Male traf eine junge Frau den Poker-DJ – und sollte es bitter bereuen.

Die Niederösterreicherin lernte Mario Z. online kennen. Nach einem Treffen beschimpfte er sie in der Nacht unflätig. Am nächsten Tag behauptete er, dass er das nicht gewesen sei. Jemand habe sein Handy gehabt. Als sie ihn in Wien besuchte, trank er allein eine Flasche Wodka und wurde aggressiv. „Als er auf mich hinschlug, bin ich geflüchtet. Er mir hinterher. Ich hab mich in einem Gebüsch versteckt, aber er fand mich, nahm mir mein Handy weg und schoss mittendurch.“ Sie konnte flüchten und fuhr vom Zentralbahnhof mit dem nächsten Zug heim.

Angezeigt hat sie ihn nicht. "Ich wollte einfach meine Ruhe, ich hatte so eine Angst vor ihm“ – zumal er sie in der Nacht noch heftig über Facebook verleumdete, bedrohte und über sie herzog: „Mich scheppert’s heute noch her, wenn ich an ihn denke.“

(kor, say, daa)



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